Mireia Boya: "Die Morgendämmerung an einem Tag des Generalstreiks"
Mireia Boya, die Umweltwissenschaft studiert hat und 2016 Parlamentarierin von CUP in der Generalität nach dem Rücktritt von Ramon Usall war, veröffentlichte am 26. Januar 2019 auf El Món ihre Meinung zum anstehenden Generalstreik unter der Überschrift "L’alba en un dia de vaga general "
Die Morgendämmerung an einem Tag des Generalstreiks
"Wolltet ihr nicht das Land anhalten? Na denn, es gibt keine Entschuldigung, um eine Mobilisierung auf dem Höhepunkt des Moment, in dem wir leben, nicht zu gewährleisten."
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| Mireia Boya am 14. Februar 2018 vor dem Tribunal Supremo |
Dieser Februar markiert den hundertjährigen Streik von La
Canada, den historischen Meilenstein der katalanischen Arbeiterbewegung. Am 5.
Februar begann ein Streik der gesenkten Arme der Arbeiter in Solidarität mit
den entlassenen Kollegen. Nach vierundvierzig Tagen Stillstand war der
achtstündige Arbeitstag erreicht, die Freilassung der Gefangenen, die
Verhandlungen über Gewerkschaften und die Wiedereinstellung von Arbeitnehmern.
Undenkbare Meilensteine, die als Reaktion auf die Verletzung von Arbeits- und Sozialrechten
begannen. Es gab keine optimalen Bedingungen für den Streik, die gibt es nie,
aber sie wurden geschaffen. Am Ende standen große Siege für alle, die aus der
Mobilisierung geboren wurden.
Ich kann mir keinen besseren Weg vorstellen, diesen hundertsten
Geburtstag zu feiern, als mit einem neuen Streik. Ausgerufen Dank der
Intersindical-CSC, nicht durch die großen Gewerkschaften des 78er Regimes, die
nie da sind, wenn sie gebraucht werden. Denkt daran, wenn wenn ihr Mitglieder
seid. Jetzt musst man einfach alles
geben, damit es ein Erfolg wird. Wolltet ihr nicht das Land anhalten? Na
dann, es gibt keine Entschuldigung, um eine Mobilisierung auf der Höhe des
Moments, in dem wir leben, nicht zu gewährleisten. Die Einheit ist hier
auf der Straße. Wenn wir die Reise fortsetzen wollen, ist die Zeit nun
gekommen. Lasst uns das Sprachrohr des Kampfes für unsere Rechte an allen Orten
und Straßen dieses Landes sein. Beziehen wir uns ein indem wir dafür Werbung
machen, Versammlungen fördernd, Vereinigungen gründend. Lasst ihn uns
organisieren, denn nichts ist umsonst, schon gar nicht die Rechte und
Freiheiten
Für die Eroberung der Arbeitsrechte, für ein würdiges Leben
für die Arbeiterklasse, für die Achtung der Souveränität des Parlaments und der
von ihm gebilligten Gesetze, die von der spanischen Ungerechtigkeit suspendiert
werden, für alle Frauen, die gleichbedeutend arbeiten, aber weniger bezahlt
bekommen. Aber auch für die zivilen und politischen Rechte, denn wenn der Staat
sie unterdrückt und sie leugnet, verweigert er auch den Arbeitern ihre
Werkzeuge, um ihre Rechte zu verteidigen und auszuüben. Wenn das Recht auf
Demonstration verurteilt wird, können wir nur demonstrieren. Wenn das Recht auf
Protest beschuldigt, müssen wir protestieren. Wenn uns das Recht auf
Selbstbestimmung verweigert wird, können wir es nur ausüben. Denn wir müssen
klarmachen, dass dieses Land so sein wird wie die Katalanen wollen, dass es
sein soll und zwar in jeder Hinsicht und mit der Pluralität des Wortes
Souveränität, die nicht eine einzige ist sondern viele.
Es kommen Tage des Kampfes, es kommen Tage des
Generalstreiks. In einer Gesellschaft, in der die Ausnahme zur Normalität
geworden ist, wo die politisch-soziale Brigade es wagt, Bürgermeister,
Journalisten und Gewerkschafter ohne Erröten einzusperren, wo die Krise, die
einen Betrug darstellt, weiterhin unser Leben unter Druck setzt, wo die
Arbeitsplatzunsicherheit alltäglich ist, wo es politische Gefangene und
Verbannte gibt und mehr als tausend Menschen für ihren Einsatz für das Recht
auf Selbstbestimmung von Repressalien betroffen sind, können wir uns nur
einmischen. Es soll ein echter Kampftag werden, der das gesamte Land aufhält,
und der auf die aktuelle Situation reagiert, um den Menschen das Wort
zurückzugeben, ihre Rechte zurückzugewinnen und repressive Antworten auf
politische und soziale Probleme zu stoppen.
Wir können dies kritisieren und von der Absperrung aus
betrachten und den Tag vergehen lassen. Dafür werden wir immer einen Grund
finden. Beim Gelegenheiten vergeuden sind wir Weltmeister. Oder wir können den
Aufruf unterstützen und dafür sorgen, dass der Rest der Gewerkschafter, die
politischen und sozialen Akteure und das gesamte wirtschaftliche und lokale
Solidaritätsnetzwerk diesem Aufruf zum Generalstreik in den ersten
Februar-Tagen folgen. Ein Aufruf, alles zu stoppen: für die Selbstbestimmung,
für Sozial- und Arbeitsrechte sowie für zivile und politische
Rechte. Wie Joan Margarit sagte: Die Freiheit beginnt, wenn der Tag des
Generalstreiks anbricht. Wollen wir sie? Dann lasst es uns angehen.
