100 Jahre Widerstand - der Gudari José Montero


Am 10. November 2018 wurde José Moreno, Mitglied der Euzko Gudarostea und Teil der lebendigen Geschichte von Euskadi, 100 Jahre alt. José Moreno ist wohl der letzte lebende Kämpfer des STV-Bataillons von San Andrés, welches im spanischen Bürgerkrieg die Republik gegen die Franco-Putschisten verteidigt hatte.

Moreno, im Bildzentrum, mit Ateca und Arriola, Gudaris des Bataillons San Andrés, 1937 / Sabino Arana Fundazioaa

Die folgenden Erinnerungen von José Moreno basieren auf dem Artikel JoséMoreno, el último gudari del San Andrés von Cristina S. Barbarroja vom 12. Januar 2016 auf publico.es

Der im Bilbaoer Stadteil Deusto im Jahr 1918 geborene José Moreno Torres trat mit 17 Jahren dem antifaschstischen Kampf bei, wurde Gudari, als noch nicht mal Haare auf seinem Kinn erschienen: "Meine Familie war eine Arbeiterfamilie. Meine Aita [Mutter] machte Galipó - das nennen die Menschen in Bilbao Teer - in einer englischen Fabrik in Deusto. Und schon im Alter von 14 Jahren hatte ich bei einem ein Handelsschiff angeheuert, das Kohle zwischen Italien und England transportierte.“ Dieser Job, als zweiter Kellner auf der Nao Banderas trug schon einen Teil zur Formung seiner Ideale als Freiheitskämpfer bei. "Mussolini war gerade in Abessinien eingedrungen und in Italien gab es nichts als Hunger, Elend und Prostitution. Was ich sah, war Faschismus: Gegen Mittag hielten die Arbeiter, die auf das Schiff kamen - alle in schwarzen Hemden - an, um ihre Arme mit dem faschistischen Gruß beim Betreten unseres Schiffes zu erheben. Gleichzeitig fragten uns die Armen an Land um Essen. Kannst du es glauben, dass sie uns denen nicht ein Stück Brot geben ließen und wir das, was übrig war, in die Mündung werfen mussten?"

José erinnert sich an seinen Einstieg als Gudari. "Wir wurden geschickt, um den Flugplatz Sondika zu erreichen. Aber wir waren müde und ich sah gar keine Flugzeuge. So kamen wir in das Bataillon San Andrés de Zapadores, um die Gräben für die Verteidigung des baskischen Volkes zu bauen. Ich erinnere mich an die Arbeit mit den Schaufeln am Ufer des Gorbea, in Zeanuri. Und wie die Offensive auf Bilbao, die Bombenanschläge von Gernika und Durango, alles verändert haben. Wir hatten keine Luftwaffe und wir mussten gegen die Italiener, die Deutschen und die Mauren kämpfen, die Franco mitgebracht hat!“

Auf dem Rückzug nach Asturien, im kantabrischen Kloster Montiano, war die Zahl der Opfer so groß, dass José in einen Schützen verwandelt wurde, "einen wahren Gudari!“
"In Balmaseda verbrachten wir zwei oder drei Monate damit, diese Einsiedelei zu verteidigen. Aber wir konnten gegen die Luftwaffe, die sie hatten, nicht bestehen. Ausserdem wurde José Antonio Aguirre von der Sozialistischen Partei und der Republik getäuscht." Moreno bezieht sich auf den ersten Lehendakari, den Gründer von Eusko Gudarostea; die Armee von 100.000 Soldaten, die ohne die Verstärkung aus Madrid den Fall des sogenannten „Hierro de Bilbao“ [Gürtel von Bilbao] im Juni 37 nicht verhindern konnte.

Er erinnert an die Gudari, als sie nach der Kapitulation von Santoña, die mit den Italienern vereinbart war, an den kantabrischen Strand gebracht wurden: "Wir haben ihnen die Waffen gegeben und sie haben sich uns gegenüber gut verhalten. Aber die spanischen Truppen kamen an ... die Leute wurden weggebracht, um erschossen zu werden, und wir hatten das Glück, in einen Zugwagon gesteckt zu werden. Wir hatten einen Chusco [ein Stück trockenes Brot] und eine Dose russisches Fleisch für vier Personen; sie wollten uns nicht einmal zum Pinkeln rausgehen lassen und wir beschäftigten uns damit, die Dielen zu zerbrechen. Drei Tage, bis wir in San Juan de Mozarrifar ankamen".  José war 22 Jahre alt. In Saragossa, "wo die Geschichten der Calleja gemacht wurde", erinnert er sich, dass er einem Bataillon von Arbeitern, "von Sklaven",  zugewiesen wurde. "Schlecht gegessen, voller Elend, voller Läuse, brachten sie uns dazu, Straßen zu bauen."

Moreno gibt zu, dass das eines der wenigen Male war, als er echte Angst hatte: "Ich dachte, sie würden mich erschießen.“ Was ihn jedoch erwartete, war ein Schnellverfahren und eine Verurteilung für marxistisch-leninistische Umtriebe. "Und ich wusste nicht einmal, was das war; ich war von der Baskischen Nationalistischen Partei [PNV]!" Er verbrachte zweieinhalb Jahre im Gefängnis: Saragossa, San Gregorio, Bilbao, Balmaseda und das Militärgefängnis von Huesca.

Der Gudari wurde im Alter von 24 Jahren freigelassen. Er versuchte wieder zur See zu fahren, aber auf seinem Ausweis wurde vom Regime nach seinem Nachnamen “rojo separatista” ["roter Separatist"] vermerkt. Nachdem er also "eine schöne Dame, eine sehr gute Frau" geheiratet und zwei Kinder in die Welt gebracht hatte, musste er sich neu orientieren. "Schrauben in La Naval, in den spanischen Werften, Tag und Nacht, diese entfernen und einsetzen, um die Kinder zu ernähren".

Und genau diesen Job hat er sein halbes Leben ausgeübt. Auch heute noch beteilgt sich José an der Wiederherstellung der Erinnerung an diejenigen, die ein anderes Schicksal erlitten haben. Wie sein Schwager Juan López, der mit einem anderen berühmten Basken, Ramón Rubial, im Gefängnis von Puerto de Santa María eingesperrt war. "Er muss sich eine Krankheit eingefangen haben und dort gestorben sein. Sie legten ihn in ein Massengrab und sagten es nicht einmal meiner Schwester, die in einem Zustand guter Hoffnung lebte.“

José versuchte, die Überreste des Mannes seiner Schwester zu finden. Er sagt, dass der Lehendakari Rubial ihnen geholfen hat, einige Entschädigungen zu erhalten, und dass die Sociedad de Ciencias Aranzadi die Untersuchungen durchführte, "aber von der spanischen Regierung... überhaupt nichts", beschwert er sich.

"ETA hat getötet, und das häten sie nicht tun dürfen. Aber sie müssen ihre Zeit abgitzen. Was ist mir den Kriegsverbrechern? Was ist mit Billy the Kid, der sich hinter Rajoys Regierung versteckt. Und alles, was wir durchgemacht haben, ist einer argentinischen Dame bekannt.“ José erinnert sich nicht an den Namen der Richterin Maria Servini, die die Klage über die Verbrechen des Francoismus angewiesen hat, die auch seine Unterschrift trägt.

Ende des letzten Jahrhunderts wurde die Hartnäckigkeit des Kriegers durch La Huella belohnt, ein Denkmal, das in Artxanda zum Gedenken an seine Kameraden, die Gudaris von 36, errichtet wurde. Und seitdem fehlt José trotz seines zerbrechlichen Aussehens und seiner 97 Jahre nie, regelmäßig Blumenopfer zum Gedenken an "diejenigen, die gegen den Francoismus und für Demokratie und Freiheit in diesem Land kämpften" niederzulegen.

"Dieses Land" ist Euskadi. Der Soldat, der sein Gewehr gegen die Tinte und das Papier eingetauscht hat, mit seinen Briefen, die er regelmäßig an den Herausgeber der Deia-Zeitung schickt, sich weiterhin "in alles mögliche einmischt", bewahrt seine PNV-Kämpferkarte wie Gold im Tuch auf. Und er warnt nach seinem x-ten Lachen: "Ich sehe sehr gut, was die Katalanen tun, sie machen es gut. Aber Achtung: Bald sehen Sie auch das Baskenland.... Sie werden sehen".

José Moreno (rechts), neben dem Lehendakari, Iñigo Urkullu, im Jahr 2015. / Sabino Arana Fundazioa


2014 veröffentlichte Fernando Pedro Pérez eine Biographie über Moreno mit dem Titel „El último gudari del batallón San Andrés“.


Eine liebvolle Homage an José Moreno wurde anlässlich seines 99. Geburtstag von seinem Freund Iban Gorriti mit dem Titel „Zorionak, gudari José Moreno“ auf deia.es veröffentlicht, die mit den Worten „Freund, Antifaschist Moreno“ beginnt.
Zitiert wird auch die Antwort Morenos, auf die Frage wie er sich anlässlich seines 99. Geburtstag fühle: „Gebeutelt, aber glücklich!“ Hier eine Übersetzung des sehr persönlichen Interviews vom 13. November 2017 von Iban Gorriti GUDARIJOSÉ MORENO: “El vestido de novia de mi mujer se hizo con una manta de lacárcel de Saturraran de su hermana”, aus dem diese Aussage stammt.

Gudari José Moreno: "Das Hochzeitskleid meiner Frau wurde mit einer Decke ihrer Schwester aus dem Gefängnis von Saturraran hergestellt."

Er wurde am Freitag 99 Jahre alt. Er ist einer der letzten Gudaris der Eusko Gudarostea, die der Lehendakari Aguirre anführte. Dieser Dantzari, Gewerkschafter der ELA, Pionier und Schütze aus Portugalete, ist Autor zahlreicher jüngster Briefe an den Herausgeber, in denen er mit Parteien, die 1978 über Nacht den Francoismus mit der Demokratie verschmolzen haben, abrechnet.

José Moreno in Portugalete. - Fozo - Iban Gorriti

Was ist die erste Erinnerung, die du an dein Leben hast? 
Ich schätze, als ich ein Kind an Elorrieta's Schule war. Alles gute Erinnerungen. Wir wurden von Zorrotzaurre durch die Obstgärten zu den Salesianos de Deusto gebracht. Wir fuhren jeden Donnerstag mit einem Lehrer nach Etxe Zuri. Wir spielten auch Txorro, Morro, Piko, Tallo.... a la trompa. Dann gingen wir bis zum Militärputsch auf Pilgerreise, und mit meinen Freunden zogen wir in den Krieg zum Bataillon San Andrés des STV, der Solis, wie wir damals sagten. 

Wie fühlt es sich an, 99 Kerzen auszublasen?
Gebeutelt, aber glücklich! Ich habe Schmerzen in den Knien, an allen Seiten, aber ich habe wie einen Verbündeter la Cachaba [ein Gehstock], der diejenige ist, die mich besser erträgt. (lacht).


Das Publikum sollte wissen, dass du erst mit 98 Jahren einen Fuß in ein Krankenhaus gesetzt hat.
Das stimmt. Sie haben es in Santa Marina nicht geglaubt! Ich musste aufgenommen werden, weil meine Lunge sehr schmutzig war obwohl ich nicht rauche. Die Wahrheit ist, dass ich mein ganzes Leben lang bei guter Gesundheit war.

Letztes Jahr in Santa Marina, als ich zum ersten Mal in ein Krankenhaus ging, 98 Jahre alt. - Fozo - Montse Moreno

Und ein guter Dantzari [baskischer Volkstänzer], ich glaube, ich erinnere mich ...
Ja, der kam vom Batzoki [sozialpolitisches Zentrum der PNV] in der Kale Euskalduna in Elorrieta, die später verschwand, als sie den Deusto-Kanal bauten. Ja, ich war ein guter Dantzari. Ich habe schon immer gerne getanzt. Nicht nur die baskischen Tänze, auch die Rumbas zum Beispiel.

Wie wäre Euskadi heute, wenn es keinen Bürgerkrieg gegeben hätte?
Glaub doch das nicht! Wir hatten damals eine harte Zeit, und jetzt hast du auch eine harte Zeit. Man sagt, wir sind in einer Demokratie, aber heute kann man auch nicht wirklich sagen, wie man sich fühlt ...

Hast du es verpasst, Baskisch zu lernen?
Oh, Mann! Oh, ja, das ist so. Schau, es ist lustig, sie haben es uns beigebracht, als wir Gefangene in Huesca waren. Es waren viele aus Ondarroa da und sie lehrten uns, bis ein Oberstleutnant der Guardia Civil kam, davon erfuhr und uns verbot. Dort hätte ich gut gelernt!

Als „nationalistischer Vater“ hast du erklärt, dass "die PNV links ist".
Mal sehen.... Sie sagen, sie ist rechts, aber nein ... und ich werde es erklären. Es gibt alle Arten von Klassen. Es ist ganz einfach: In der PNV vereinigen wir alle baskischen Patrioten. Es ist Platz für alle.

Aber, du warst einer von denen, die beim Split zu EA [Eusko Alkartasuna wurde 1986 als Abspaltung der PNV gegründet] mitging ...
Ich wechselte mit Garaikoetxea zu EA, aber ich kehrte zur PNV zurück, als sie nicht in die Koalition bei den Wahlen gehen wollte. Ich war schon immer ein Sabiner.

Als Gewerkschafter hast du an sozialen Bewegungen teilgenommen?
Ja, ich war schon immer am Sozialen interessiert, am Arbeiter. Ich war in ELAa, weißt du, von ELA Askatuta, und wir mochten es nicht, wenn die internationalistischen Sektoren bei den Demonstrationen Die Internationale sangen. Wir gingen ans Ende, nach hinten, damit sie uns nicht mit ihnen verwechselten.

Mugalari interviewt Moreno auf Portugalete

Vor kurzem hast du deinen Gewerkschaftsgenossen Sabin Ipiña verloren ...
Ja, sowohl Txintxu als auch Sabin Ipiña sind gestorben. Sie waren auch von 'ELAa'. Wir wollten, dass sie die Unternehmen nicht zerschlugen, und trotzdem war die UGT dabei, sie abzuwickeln.

Bist du religiös?
Ich war und bin es immer noch, aber ich gehöre keiner Gruppe an. Normal.

Du hast auch in der Kirche geheiratet und ich erinnere mich immer an eine Anekdote über das Hochzeitskleid deiner Frau.
Ich habe während des Krieg geheiratet! Schau, wie viel Geld wir hatten, und der Priester, der dafür nichts nahm, weil wir nicht genug zu essen hatten.....

Geldmangel und das Kleid, das Dank einer historischen Decke hergestellt wurde ...
Aaaaah! Ja. Meine Frau ließ ein Hochzeitskleid mit der Decke anfertigen, die eine ihrer Schwestern aus dem Gefängnis aus Saturraran mitnahm, wo sie als Sozialistin eingesperrt war. Mit der Decke kamen wir aus der Zwangslage herausgekommen ...

Moreno im Elai Alai. - Foto - I. Gorriti.

Wofür du dich nicht schämtest, war, Witze über den Verlust deiner Jungfräulichkeit zu erzählen, als du erst 14 Jahre alt warst. 
(lacht). Nur wenige wissen das. Und so war es. Es geschah in Italien. Ich war noch ein Kind, aber ich hatte bereits halb Europa durchquert. Ich fuhr schon lange zur See. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits in Cardiff  als Kellner auf einem Schiff, das Kohle nach Livorno, Genua, transportierte... Mussolinis faschistische Kriegserklärung an Abessinien zu dieser Zeit.

Ein Lied, das über dich von einem Freund geschrieben wurde, besagt: "Dein Leben passt auf eine Briefmarke" und bezieht sich auf die Briefe, die du an den Herausgeber schickst. 
Mecagenzotz! [ein baskisches Fluchwort] Ich wäre reich geworden. Hätten sie mir eine Peseta für jeden Brief gegeben, wäre ich reich. Einige Leute behalten sie alle. Wenn ich sterbe, werden sie reich.

Der Milizionär aus Durango Paco Barreña und José Moreno. - FOTO - AItor Azurki ('Maizales bajo la lluvia')


Erinnerst du dich, dass man dich dazu gebracht hat, auf dem gleichen Teller zu essen und dein Geschäft zu verrichten? 
Ja! Das vergisst man nie! Es war an der Militärakademie San Gregorio in Saragossa. Wir waren in einem kleinen Raum mit sechs oder sieben Gefangenen. Das Militär befahl uns, den Teller zu reinigen, um zu essen, und dann die Notwendigkeiten darauf zu erledigen. Stell dir vor! Sie waren die provisorischen Leutnants. Es gab so viele von uns, die immer geschrien haben: Temporäre Leutnants, effektive Leichen!"

Du wurdest einmal von einem Mädchen aus Durango gefragt, ob du jemals jemanden im Krieg getötet hat. 
Ich sagte ihr, ich wüsste nicht, ob ich oder auch andere getötet haben. Du weißt nicht einmal, wer getöt hat! Ich weiß nur, dass ich nie einen Gnadenschuss in den Hinterkopf getätigt habe. Ich verteidigte mich, wie diejenigen, die auf der anderen Seite waren. Kriege müssen nicht existieren.


Wo warst du, als Franco vom Leben getrennt wurde? 
Ich habe auf der Werft gearbeitet. Ich erinnere mich an den berühmten Regierungspräsidenten Carlos Arias Navarro, der im Fernsehen schrie und sagte: "Spanier, Franco ist tot", und wir waren haben uns schiefgelacht ...

Was verlangst du vom Leben? 
Nichts für mich. Aber die politischen Diebe sollen alles zurückgeben, was sie gestohlen haben, und dass die Leichen des Tals der Gefallenen exhumiert werden, auch die von Franco und Primo de Rivera. Wir dürfen nicht vergessen, dass sie die Leichen unserer Freunde, der Familienmitglieder, mitgenommen haben, um dieses faschistische Denkmal zu befüllen.


Über Nacht konnten sich die Francoisten in Demokraten verwandeln? 
Wie kann das möglich sein? Um Himmels willen! Sie konnten aus einem ganz einfachen Grund keine Demokraten werden: Wir befinden uns immer noch in der Diktatur. Sie haben immer noch das Sagen.

Der Antifaschist in seinem Txoko Elai Alai. - FOTO - I. Gorriti

Welche Vision von der Welt hast du? 
Dass sie völlig kaputt ist. Jeder, der mit Franco gekämpft hat, hat gute Jobs, mit gestohlenem Geld, und sie laufen auf der Straße herum.

Aber in anderen Bereichen, zum Beispiel, was hältst du von der Entwicklung bei der Gleichberechtigung und bei Misshandlungen? 
Meiner Meinung nach ist die Gleichstellung notwendig. Es ist mir klar, dass Frauen wie ein Mann bezahlt werden müssen. Und natürlich ist sicher zu stellen, dass Frauen nicht missbraucht werden. Das ist schrecklich!

Was würden der Gudari Moreno machen, wenn er einen Tag lang Urkullu wäre? 
Lass das ... der arme Mann tut genug! Aber wir sollten stolz sein, denn diese Gemeinschaft, die Baskische, ist die beste im Staat. Es gibt hier kein politisches Chaos, keine politischen Diebe ... alles passiert hier öffentlich. Und wir wachsen in jeder Hinsicht. Wenn wir unabhängig wären, wenn wir unsere Freiheit hätten, allein zu sein, würden wir besser leben. Ein Beispiel ist die Gesundheitsversorgung, wir haben die Beste.

Manuel Sagastibeltza und José Moreno in Bilbao. - FOTO - Iban Gorriti


Hältst du Kontakt zu anderen Gudaris oder Milizionären? 
Kontakt? Wer ist noch am Leben?! Sagastibeltza ist vor kurzem gestorben, ein guter Gudari. Ich hatte noch mehr Bekannte, wie den Anarchist Padin, aber sie sind gestorben ... ich bleibe allein.

Moreno mit Lasuen, Otxoa de Txintxetru und Sagastibeltza, den letzten beiden Verstorbenen. FOTO - ICH. Gorriti


Was würde dir gefallen, wie man sich an dich erinnert? 
Ich wäre gerne ein Beispiel mit meinem Leben im Kampf. Mögen die Jugendlichen für ihr Land, das Euskadi ist, kämpfen.

Hast du jemals Angst vor dem Tod gehabt? 
Ich habe den Tod nicht gefürchtet. Gott wird zu mir sagen: "Komm hoch." Und ich werde gehorchen. Ich verliere gute Freunde. Vor einiger Zeit sagten sie im Txoko [baskische Bar] Elai Alai von Portugalete zu mir: "Du werdet uns alle begraben ...". Und es wird wahr.

Wie werden wir deine 100 Sonnenrunden feiern? 
Wenn ich dort ankomme, stelle ich mir vor, dass es schlimmer ist als heute. Das Leben ist sehr schlimm! Wir werden nicht einmal genug zu essen haben. Schau, ich freue mich darauf, 100 zu werden, aber andererseits auch nicht ... Es gibt zu viel Elend, hungrige Kinder ...


Komm schon! Deine Briefe sind immer noch deine Waffe! 
Nicht mehr. Sie sind schon eine Weile nicht mehr rausgekommen. In dem Moment, in dem ich einen schreibe, werden sie mich ins Gefängnis stecken, wenn ich wirklich alles sage, was ich denke. (lacht).

Wie? Hast du dich vom Schreiben von Briefen zurückgezogen? Das schlimmste Exklusivangebot, das du uns machen kannst ... 
(lacht und hustet). Ja! Ich bin im Ruhestand. Ich habe nur Geld dabei verloren. Aber es ist lustig, dass sie gekommen sind, um mir zu sagen, dass sie nichts von mir zu lesen haben, dass sie sie vermissen, dass sie mich vermissen.



Am 25. Januar erhält José Moreno eine Homage durch Raphael Minder in der New York Times mit dem Artikel This Old Basque Soldier Expected to Die 80 Years Ago

José Moreno zu Hause in Portugalete, Spanien, diesen Monat. Während des spanischen Bürgerkriegs zum Tode verurteilt, wurde er im November 100 Jahre alt. Credit Samuel Aranda für die New York Times