100 Jahre Widerstand - der Gudari José Montero
Am 10. November 2018 wurde José Moreno, Mitglied der Euzko Gudarostea und Teil der lebendigen Geschichte von Euskadi, 100 Jahre alt. José Moreno ist wohl der letzte lebende Kämpfer des STV-Bataillons von San Andrés, welches im spanischen Bürgerkrieg die Republik gegen die Franco-Putschisten verteidigt hatte.
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| Moreno, im Bildzentrum, mit Ateca und Arriola, Gudaris des Bataillons San Andrés, 1937 / Sabino Arana Fundazioaa |
Die folgenden Erinnerungen von José Moreno basieren auf dem
Artikel JoséMoreno, el último gudari del San Andrés von Cristina S. Barbarroja vom 12. Januar
2016 auf publico.es
Der im Bilbaoer Stadteil Deusto im Jahr 1918 geborene José
Moreno Torres trat mit 17 Jahren dem antifaschstischen Kampf bei, wurde Gudari,
als noch nicht mal Haare auf seinem Kinn erschienen: "Meine Familie war
eine Arbeiterfamilie. Meine Aita [Mutter] machte Galipó - das nennen die Menschen
in Bilbao Teer - in einer englischen Fabrik in Deusto. Und schon im Alter von
14 Jahren hatte ich bei einem ein Handelsschiff angeheuert, das Kohle zwischen
Italien und England transportierte.“ Dieser Job, als zweiter Kellner auf der
Nao Banderas trug schon einen Teil zur Formung seiner Ideale als
Freiheitskämpfer bei. "Mussolini war gerade in Abessinien eingedrungen und
in Italien gab es nichts als Hunger, Elend und Prostitution. Was ich sah, war
Faschismus: Gegen Mittag hielten die Arbeiter, die auf das Schiff kamen - alle
in schwarzen Hemden - an, um ihre Arme mit dem faschistischen Gruß beim
Betreten unseres Schiffes zu erheben. Gleichzeitig fragten uns die Armen an
Land um Essen. Kannst du es glauben, dass sie uns denen nicht ein Stück Brot
geben ließen und wir das, was übrig war, in die Mündung werfen mussten?"
José erinnert sich an seinen Einstieg als Gudari. "Wir
wurden geschickt, um den Flugplatz Sondika zu erreichen. Aber wir waren müde
und ich sah gar keine Flugzeuge. So kamen wir in das Bataillon San Andrés de
Zapadores, um die Gräben für die Verteidigung des baskischen Volkes zu bauen.
Ich erinnere mich an die Arbeit mit den Schaufeln am Ufer des Gorbea, in
Zeanuri. Und wie die Offensive auf Bilbao, die Bombenanschläge von Gernika und
Durango, alles verändert haben. Wir hatten keine Luftwaffe und wir mussten
gegen die Italiener, die Deutschen und die Mauren kämpfen, die Franco
mitgebracht hat!“
Auf dem Rückzug nach Asturien, im kantabrischen Kloster
Montiano, war die Zahl der Opfer so groß, dass José in einen Schützen verwandelt
wurde, "einen wahren Gudari!“
"In Balmaseda verbrachten wir zwei oder drei Monate
damit, diese Einsiedelei zu verteidigen. Aber wir konnten gegen die Luftwaffe,
die sie hatten, nicht bestehen. Ausserdem wurde José Antonio Aguirre von der
Sozialistischen Partei und der Republik getäuscht." Moreno bezieht sich
auf den ersten Lehendakari, den Gründer von Eusko Gudarostea; die Armee von
100.000 Soldaten, die ohne die Verstärkung aus Madrid den Fall des sogenannten „Hierro
de Bilbao“ [Gürtel von Bilbao] im Juni 37 nicht verhindern konnte.
Er erinnert an die Gudari, als sie nach der Kapitulation von
Santoña, die mit den Italienern vereinbart war, an den kantabrischen Strand
gebracht wurden: "Wir haben ihnen die Waffen gegeben und sie haben sich
uns gegenüber gut verhalten. Aber die spanischen Truppen kamen an ... die Leute
wurden weggebracht, um erschossen zu werden, und wir hatten das Glück, in einen
Zugwagon gesteckt zu werden. Wir hatten einen Chusco [ein Stück trockenes Brot] und eine Dose russisches
Fleisch für vier Personen; sie wollten uns nicht einmal zum Pinkeln rausgehen
lassen und wir beschäftigten uns damit, die Dielen zu zerbrechen. Drei Tage,
bis wir in San Juan de Mozarrifar ankamen". José war 22 Jahre alt. In Saragossa,
"wo die Geschichten der Calleja gemacht wurde", erinnert er sich, dass
er einem Bataillon von Arbeitern, "von Sklaven", zugewiesen wurde. "Schlecht gegessen,
voller Elend, voller Läuse, brachten sie uns dazu, Straßen zu bauen."
Moreno gibt zu, dass das eines der wenigen Male war, als er
echte Angst hatte: "Ich dachte, sie würden mich erschießen.“ Was ihn
jedoch erwartete, war ein Schnellverfahren und eine Verurteilung für marxistisch-leninistische
Umtriebe. "Und ich wusste nicht einmal, was das war; ich war von der
Baskischen Nationalistischen Partei [PNV]!" Er verbrachte zweieinhalb Jahre im
Gefängnis: Saragossa, San Gregorio, Bilbao, Balmaseda und das Militärgefängnis
von Huesca.
Der Gudari wurde im Alter von 24 Jahren freigelassen. Er
versuchte wieder zur See zu fahren, aber auf seinem Ausweis wurde vom Regime
nach seinem Nachnamen “rojo separatista” ["roter Separatist"] vermerkt.
Nachdem er also "eine schöne Dame, eine sehr gute Frau" geheiratet
und zwei Kinder in die Welt gebracht hatte, musste er sich neu orientieren. "Schrauben
in La Naval, in den spanischen Werften, Tag und Nacht, diese entfernen und
einsetzen, um die Kinder zu ernähren".
Und genau diesen Job hat er sein halbes Leben ausgeübt. Auch
heute noch beteilgt sich José an der Wiederherstellung der Erinnerung an
diejenigen, die ein anderes Schicksal erlitten haben. Wie sein Schwager Juan
López, der mit einem anderen berühmten Basken, Ramón Rubial, im Gefängnis von Puerto
de Santa María eingesperrt war. "Er muss sich eine Krankheit eingefangen
haben und dort gestorben sein. Sie legten ihn in ein Massengrab und sagten es
nicht einmal meiner Schwester, die in einem Zustand guter Hoffnung lebte.“
José versuchte, die Überreste des Mannes seiner Schwester zu
finden. Er sagt, dass der Lehendakari Rubial ihnen geholfen hat, einige
Entschädigungen zu erhalten, und dass die Sociedad de Ciencias Aranzadi die
Untersuchungen durchführte, "aber von der spanischen Regierung... überhaupt
nichts", beschwert er sich.
"ETA hat getötet, und das häten sie nicht tun dürfen. Aber
sie müssen ihre Zeit abgitzen. Was ist mir den Kriegsverbrechern? Was ist mit
Billy the Kid, der sich hinter Rajoys Regierung versteckt. Und alles, was wir
durchgemacht haben, ist einer argentinischen Dame bekannt.“ José erinnert sich
nicht an den Namen der Richterin Maria Servini, die die Klage über die
Verbrechen des Francoismus angewiesen hat, die auch seine Unterschrift trägt.
Ende des letzten Jahrhunderts wurde die Hartnäckigkeit des
Kriegers durch La Huella belohnt, ein Denkmal, das in Artxanda zum Gedenken an
seine Kameraden, die Gudaris von 36, errichtet wurde. Und seitdem fehlt José
trotz seines zerbrechlichen Aussehens und seiner 97 Jahre nie, regelmäßig
Blumenopfer zum Gedenken an "diejenigen, die gegen den Francoismus und für
Demokratie und Freiheit in diesem Land kämpften" niederzulegen.
"Dieses Land" ist Euskadi. Der Soldat, der sein
Gewehr gegen die Tinte und das Papier eingetauscht hat, mit seinen Briefen, die
er regelmäßig an den Herausgeber der Deia-Zeitung schickt, sich weiterhin
"in alles mögliche einmischt", bewahrt seine PNV-Kämpferkarte wie
Gold im Tuch auf. Und er warnt nach seinem x-ten Lachen: "Ich sehe sehr
gut, was die Katalanen tun, sie machen es gut. Aber Achtung: Bald sehen Sie
auch das Baskenland.... Sie werden sehen".
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| José Moreno (rechts), neben dem Lehendakari, Iñigo Urkullu, im Jahr 2015. / Sabino Arana Fundazioa |
2014 veröffentlichte Fernando Pedro Pérez eine Biographie
über Moreno mit dem Titel „El último gudari del batallón San Andrés“.
Eine liebvolle Homage an José Moreno wurde anlässlich seines
99. Geburtstag von seinem Freund Iban Gorriti mit dem Titel „Zorionak,
gudari José Moreno“ auf deia.es veröffentlicht, die mit den Worten „Freund,
Antifaschist Moreno“ beginnt.
Zitiert wird auch die Antwort Morenos, auf die Frage wie er
sich anlässlich seines 99. Geburtstag fühle: „Gebeutelt, aber glücklich!“ Hier
eine Übersetzung des sehr persönlichen Interviews vom 13. November 2017 von Iban Gorriti GUDARIJOSÉ MORENO: “El vestido de novia de mi mujer se hizo con una manta de lacárcel de Saturraran de su hermana”, aus dem diese Aussage stammt.
Was ist die erste Erinnerung, die du an dein Leben hast?
Ich schätze, als ich ein Kind an Elorrieta's Schule war. Alles gute Erinnerungen. Wir wurden von Zorrotzaurre durch die Obstgärten zu den Salesianos de Deusto gebracht. Wir fuhren jeden Donnerstag mit einem Lehrer nach Etxe Zuri. Wir spielten auch Txorro, Morro, Piko, Tallo.... a la trompa. Dann gingen wir bis zum Militärputsch auf Pilgerreise, und mit meinen Freunden zogen wir in den Krieg zum Bataillon San Andrés des STV, der Solis, wie wir damals sagten.
Wie fühlt es sich an, 99 Kerzen auszublasen?
Gebeutelt, aber glücklich! Ich habe Schmerzen in den Knien, an allen Seiten, aber ich habe wie einen Verbündeter la Cachaba [ein Gehstock], der diejenige ist, die mich besser erträgt. (lacht).
Und ein guter Dantzari [baskischer Volkstänzer], ich glaube, ich erinnere mich ...
Ja, der kam vom Batzoki [sozialpolitisches Zentrum der PNV] in der Kale Euskalduna in Elorrieta, die später verschwand, als sie den Deusto-Kanal bauten. Ja, ich war ein guter Dantzari. Ich habe schon immer gerne getanzt. Nicht nur die baskischen Tänze, auch die Rumbas zum Beispiel.
Gudari José Moreno: "Das Hochzeitskleid meiner Frau
wurde mit einer Decke ihrer Schwester aus dem Gefängnis von Saturraran
hergestellt."
Er wurde am Freitag 99 Jahre alt. Er ist einer der letzten
Gudaris der Eusko Gudarostea, die der Lehendakari Aguirre anführte. Dieser
Dantzari, Gewerkschafter der ELA, Pionier und Schütze aus Portugalete, ist
Autor zahlreicher jüngster Briefe an den Herausgeber, in denen er mit Parteien,
die 1978 über Nacht den Francoismus mit der Demokratie verschmolzen haben, abrechnet.

José Moreno in Portugalete. - Fozo - Iban Gorriti
Was ist die erste Erinnerung, die du an dein Leben hast? ![]() |
| José Moreno in Portugalete. - Fozo - Iban Gorriti |
Ich schätze, als ich ein Kind an Elorrieta's Schule war. Alles gute Erinnerungen. Wir wurden von Zorrotzaurre durch die Obstgärten zu den Salesianos de Deusto gebracht. Wir fuhren jeden Donnerstag mit einem Lehrer nach Etxe Zuri. Wir spielten auch Txorro, Morro, Piko, Tallo.... a la trompa. Dann gingen wir bis zum Militärputsch auf Pilgerreise, und mit meinen Freunden zogen wir in den Krieg zum Bataillon San Andrés des STV, der Solis, wie wir damals sagten.
Wie fühlt es sich an, 99 Kerzen auszublasen?
Gebeutelt, aber glücklich! Ich habe Schmerzen in den Knien, an allen Seiten, aber ich habe wie einen Verbündeter la Cachaba [ein Gehstock], der diejenige ist, die mich besser erträgt. (lacht).
Das Publikum sollte wissen, dass du erst mit 98 Jahren einen
Fuß in ein Krankenhaus gesetzt hat.
Das stimmt. Sie haben es in Santa Marina nicht geglaubt! Ich musste aufgenommen werden, weil meine Lunge sehr schmutzig war obwohl ich nicht rauche. Die Wahrheit ist, dass ich mein ganzes Leben lang bei guter Gesundheit war.
Das stimmt. Sie haben es in Santa Marina nicht geglaubt! Ich musste aufgenommen werden, weil meine Lunge sehr schmutzig war obwohl ich nicht rauche. Die Wahrheit ist, dass ich mein ganzes Leben lang bei guter Gesundheit war.
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| Letztes Jahr in Santa Marina, als ich zum ersten Mal in ein Krankenhaus ging, 98 Jahre alt. - Fozo - Montse Moreno |
Und ein guter Dantzari [baskischer Volkstänzer], ich glaube, ich erinnere mich ...
Ja, der kam vom Batzoki [sozialpolitisches Zentrum der PNV] in der Kale Euskalduna in Elorrieta, die später verschwand, als sie den Deusto-Kanal bauten. Ja, ich war ein guter Dantzari. Ich habe schon immer gerne getanzt. Nicht nur die baskischen Tänze, auch die Rumbas zum Beispiel.
Wie wäre Euskadi heute, wenn es keinen Bürgerkrieg
gegeben hätte?
Glaub doch das nicht! Wir hatten damals eine harte Zeit, und jetzt hast du auch eine harte Zeit. Man sagt, wir sind in einer Demokratie, aber heute kann man auch nicht wirklich sagen, wie man sich fühlt ...
Glaub doch das nicht! Wir hatten damals eine harte Zeit, und jetzt hast du auch eine harte Zeit. Man sagt, wir sind in einer Demokratie, aber heute kann man auch nicht wirklich sagen, wie man sich fühlt ...
Hast du es verpasst, Baskisch zu lernen?
Oh, Mann! Oh, ja, das ist so. Schau, es ist lustig, sie haben es uns beigebracht, als wir Gefangene in Huesca waren. Es waren viele aus Ondarroa da und sie lehrten uns, bis ein Oberstleutnant der Guardia Civil kam, davon erfuhr und uns verbot. Dort hätte ich gut gelernt!
Oh, Mann! Oh, ja, das ist so. Schau, es ist lustig, sie haben es uns beigebracht, als wir Gefangene in Huesca waren. Es waren viele aus Ondarroa da und sie lehrten uns, bis ein Oberstleutnant der Guardia Civil kam, davon erfuhr und uns verbot. Dort hätte ich gut gelernt!
Als „nationalistischer Vater“ hast du erklärt, dass
"die PNV links ist".
Mal sehen.... Sie sagen, sie ist rechts, aber nein ... und ich werde es erklären. Es gibt alle Arten von Klassen. Es ist ganz einfach: In der PNV vereinigen wir alle baskischen Patrioten. Es ist Platz für alle.
Mal sehen.... Sie sagen, sie ist rechts, aber nein ... und ich werde es erklären. Es gibt alle Arten von Klassen. Es ist ganz einfach: In der PNV vereinigen wir alle baskischen Patrioten. Es ist Platz für alle.
Aber, du warst einer von denen, die beim Split zu EA [Eusko
Alkartasuna wurde 1986 als Abspaltung der PNV gegründet] mitging ...
Ich wechselte mit Garaikoetxea zu EA, aber ich kehrte zur PNV zurück, als sie nicht in die Koalition bei den Wahlen gehen wollte. Ich war schon immer ein Sabiner.
Ich wechselte mit Garaikoetxea zu EA, aber ich kehrte zur PNV zurück, als sie nicht in die Koalition bei den Wahlen gehen wollte. Ich war schon immer ein Sabiner.
Als Gewerkschafter hast du an sozialen Bewegungen
teilgenommen?
Ja, ich war schon immer am Sozialen interessiert, am Arbeiter. Ich war in ELAa, weißt du, von ELA Askatuta, und wir mochten es nicht, wenn die internationalistischen Sektoren bei den Demonstrationen Die Internationale sangen. Wir gingen ans Ende, nach hinten, damit sie uns nicht mit ihnen verwechselten.
Ja, ich war schon immer am Sozialen interessiert, am Arbeiter. Ich war in ELAa, weißt du, von ELA Askatuta, und wir mochten es nicht, wenn die internationalistischen Sektoren bei den Demonstrationen Die Internationale sangen. Wir gingen ans Ende, nach hinten, damit sie uns nicht mit ihnen verwechselten.
Vor kurzem hast du deinen Gewerkschaftsgenossen Sabin Ipiña
verloren ...
Ja, sowohl Txintxu als auch Sabin Ipiña sind gestorben. Sie waren auch von 'ELAa'. Wir wollten, dass sie die Unternehmen nicht zerschlugen, und trotzdem war die UGT dabei, sie abzuwickeln.
Ja, sowohl Txintxu als auch Sabin Ipiña sind gestorben. Sie waren auch von 'ELAa'. Wir wollten, dass sie die Unternehmen nicht zerschlugen, und trotzdem war die UGT dabei, sie abzuwickeln.
Bist du religiös?
Ich war und bin es immer noch, aber ich gehöre keiner Gruppe an. Normal.
Ich war und bin es immer noch, aber ich gehöre keiner Gruppe an. Normal.
Du hast auch in der Kirche geheiratet und ich erinnere mich
immer an eine Anekdote über das Hochzeitskleid deiner Frau.
Ich habe während des Krieg geheiratet! Schau, wie viel Geld wir hatten, und der Priester, der dafür nichts nahm, weil wir nicht genug zu essen hatten.....
Ich habe während des Krieg geheiratet! Schau, wie viel Geld wir hatten, und der Priester, der dafür nichts nahm, weil wir nicht genug zu essen hatten.....
Geldmangel und das Kleid, das Dank einer historischen Decke
hergestellt wurde ...
Aaaaah! Ja. Meine Frau ließ ein Hochzeitskleid mit der Decke anfertigen, die eine ihrer Schwestern aus dem Gefängnis aus Saturraran mitnahm, wo sie als Sozialistin eingesperrt war. Mit der Decke kamen wir aus der Zwangslage herausgekommen ...
Aaaaah! Ja. Meine Frau ließ ein Hochzeitskleid mit der Decke anfertigen, die eine ihrer Schwestern aus dem Gefängnis aus Saturraran mitnahm, wo sie als Sozialistin eingesperrt war. Mit der Decke kamen wir aus der Zwangslage herausgekommen ...
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| Moreno im Elai Alai. - Foto - I. Gorriti. |
Wofür du dich nicht schämtest, war, Witze über den Verlust deiner
Jungfräulichkeit zu erzählen, als du erst 14 Jahre alt warst.
(lacht). Nur wenige wissen das. Und so war es. Es geschah in
Italien. Ich war noch ein Kind, aber ich hatte bereits halb Europa durchquert. Ich
fuhr schon lange zur See. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits in Cardiff als Kellner auf einem
Schiff, das Kohle nach Livorno, Genua, transportierte... Mussolinis
faschistische Kriegserklärung an Abessinien zu dieser Zeit.
Ein Lied, das über dich von einem Freund geschrieben wurde, besagt:
"Dein Leben passt auf eine Briefmarke" und bezieht sich auf die
Briefe, die du an den Herausgeber schickst.
Mecagenzotz! [ein baskisches Fluchwort] Ich wäre reich
geworden. Hätten sie mir eine Peseta für jeden Brief gegeben, wäre ich reich.
Einige Leute behalten sie alle. Wenn ich sterbe, werden sie
reich.
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| Der Milizionär aus Durango Paco Barreña und José Moreno. - FOTO - AItor Azurki ('Maizales bajo la lluvia') |
Erinnerst du dich, dass man dich dazu gebracht hat, auf dem
gleichen Teller zu essen und dein Geschäft zu verrichten?
Ja! Das vergisst man nie! Es war an der Militärakademie San
Gregorio in Saragossa. Wir waren in einem kleinen Raum mit sechs oder sieben
Gefangenen. Das Militär befahl uns, den Teller zu reinigen, um zu essen, und
dann die Notwendigkeiten darauf zu erledigen. Stell dir vor! Sie waren die provisorischen
Leutnants. Es gab so viele von uns, die immer geschrien haben: Temporäre Leutnants,
effektive Leichen!"
Du wurdest einmal von einem Mädchen aus Durango gefragt, ob du
jemals jemanden im Krieg getötet hat.
Ich sagte ihr, ich wüsste nicht, ob ich oder auch andere getötet
haben. Du weißt nicht einmal, wer getöt hat! Ich weiß nur, dass ich nie einen
Gnadenschuss in den Hinterkopf getätigt habe. Ich verteidigte mich, wie diejenigen,
die auf der anderen Seite waren. Kriege müssen nicht existieren.
Wo warst du, als Franco vom Leben getrennt wurde?
Ich habe auf der Werft gearbeitet. Ich erinnere mich an den
berühmten Regierungspräsidenten Carlos Arias Navarro, der im Fernsehen schrie
und sagte: "Spanier, Franco ist tot", und wir waren haben uns
schiefgelacht ...
Was verlangst du vom Leben?
Nichts für mich. Aber die politischen Diebe sollen alles
zurückgeben, was sie gestohlen haben, und dass die Leichen des Tals der
Gefallenen exhumiert werden, auch die von Franco und Primo de Rivera. Wir
dürfen nicht vergessen, dass sie die Leichen unserer Freunde, der
Familienmitglieder, mitgenommen haben, um dieses faschistische Denkmal zu befüllen.
Über Nacht konnten sich die Francoisten in Demokraten
verwandeln?
Wie kann das möglich sein? Um Himmels willen! Sie konnten aus einem ganz einfachen Grund keine Demokraten werden: Wir befinden uns immer
noch in der Diktatur. Sie haben
immer noch das Sagen.
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| Der Antifaschist in seinem Txoko Elai Alai. - FOTO - I. Gorriti |
Welche Vision von der Welt hast du?
Dass sie völlig kaputt ist. Jeder, der mit Franco gekämpft
hat, hat gute Jobs, mit gestohlenem Geld, und sie laufen auf der Straße herum.
Aber in anderen Bereichen, zum Beispiel, was hältst du von
der Entwicklung bei der Gleichberechtigung und bei Misshandlungen?
Meiner Meinung nach ist die Gleichstellung notwendig. Es ist
mir klar, dass Frauen wie ein Mann bezahlt werden müssen. Und natürlich ist sicher
zu stellen, dass Frauen nicht missbraucht werden. Das ist schrecklich!
Was würden der Gudari Moreno machen, wenn er einen Tag lang
Urkullu wäre?
Lass das ... der arme Mann tut genug! Aber wir sollten stolz
sein, denn diese Gemeinschaft, die Baskische, ist die beste im Staat. Es gibt
hier kein politisches Chaos, keine politischen Diebe ... alles passiert hier öffentlich.
Und wir wachsen in jeder Hinsicht. Wenn wir unabhängig wären, wenn wir unsere
Freiheit hätten, allein zu sein, würden wir besser leben. Ein Beispiel ist die
Gesundheitsversorgung, wir haben die Beste.
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| Manuel Sagastibeltza und José Moreno in Bilbao. - FOTO - Iban Gorriti |
Hältst du Kontakt zu anderen Gudaris oder Milizionären?
Kontakt? Wer ist noch am Leben?! Sagastibeltza ist vor
kurzem gestorben, ein guter Gudari. Ich hatte noch mehr Bekannte, wie den
Anarchist Padin, aber sie sind gestorben ... ich bleibe allein.
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| Moreno mit Lasuen, Otxoa de Txintxetru und Sagastibeltza, den letzten beiden Verstorbenen. FOTO - ICH. Gorriti |
Was würde dir gefallen, wie man sich an dich erinnert?
Ich wäre gerne ein Beispiel mit meinem Leben im Kampf. Mögen
die Jugendlichen für ihr Land, das Euskadi ist, kämpfen.
Hast du jemals Angst vor dem Tod gehabt?
Ich habe den Tod nicht gefürchtet. Gott wird zu mir sagen:
"Komm hoch." Und ich werde gehorchen. Ich verliere gute Freunde. Vor
einiger Zeit sagten sie im Txoko [baskische Bar] Elai Alai von Portugalete zu
mir: "Du werdet uns alle begraben ...". Und es wird wahr.
Wie werden wir deine 100 Sonnenrunden feiern?
Wenn ich dort ankomme, stelle ich mir vor, dass es schlimmer
ist als heute. Das Leben ist sehr schlimm! Wir werden nicht einmal genug zu
essen haben. Schau, ich freue mich darauf, 100 zu werden, aber andererseits auch
nicht ... Es gibt zu viel Elend, hungrige Kinder ...
Komm schon! Deine Briefe sind immer noch deine Waffe!
Nicht mehr. Sie sind schon eine Weile nicht mehr
rausgekommen. In dem Moment, in dem ich einen schreibe, werden sie mich ins
Gefängnis stecken, wenn ich wirklich alles sage, was ich denke. (lacht).
Wie? Hast du dich vom Schreiben von Briefen zurückgezogen?
Das schlimmste Exklusivangebot, das du uns machen kannst ...
(lacht und hustet). Ja! Ich bin im Ruhestand. Ich habe nur
Geld dabei verloren. Aber es ist lustig, dass sie gekommen sind, um mir zu
sagen, dass sie nichts von mir zu lesen haben, dass sie sie vermissen, dass sie
mich vermissen.
Am 25.
Januar erhält José Moreno eine Homage durch Raphael Minder in der New
York Times mit dem Artikel This
Old Basque Soldier Expected to Die 80 Years Ago
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| José Moreno zu Hause in Portugalete, Spanien, diesen Monat. Während des spanischen Bürgerkriegs zum Tode verurteilt, wurde er im November 100 Jahre alt. Credit Samuel Aranda für die New York Times |










