Alberto Chasco: "Wir haben nun eine einfache Mehrheit der Gewerkschaften LAB, ELA und ESK bei Mercedes in Gasteiz."
Das südliche Baskenland auf dem Gebiert des spanischen Staates, Hegoalde genannt, wird oft mit den Ausflugszielen und Metropolen Bilbo (Bilbao, in der Provinz Bizkaia) oder Donostia (San Sebastian in Gipuzkoa) in Verbindung gebracht. Nicht allen ist jedoch bekannt, dass die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft des Baskenlandes Vitoria-Gasteiz in der Provinz Araba ist. Der stärkste Fußballclub aus Gasteiz spielt in der Primera División, was nicht allen BeobacherInnen sofort auffällt, nennt sich der Verein doch Deportivo Alavés.
Rund 250.000 Menschen leben in Vitoria-Gasteiz, und mit aktuell 5070 Beschäftigten ist das Mercedes-Werk einer der größten Arbeitgeber der Region.
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| Demonstration am 1. Mai in Gasteiz |
Seit 23 Jahren ist der jetzt 45-jährige Alberto Chasco bei Mercedes beschäftigt,
aktuell in der Endmontage-Wartungsarbeiten. Alberto ist aktiver Gewerkschafter
der LAB und Teil des dortigen Betriebsrats (Comité de empresa). Mit seinen sportlichen
Aktivitäten ist Alberto in der Kultur des Baskenlandes verwurzelt: Er fährt
gerne Rad – BesucherInnen des Baskenlandes können ein starkes Vorkommen von
sportlichen Radfahren auf den Straßen von Euskal Herria bestätigten - und er
spielt gerne „Schaufeln“. Das Schaufel-Spiel ist eine Version des klassischen baskischen
Volkssports Pelota, die Besonderheit besteht darin, dass der Ball mit schaufelförmigen
Gerät und nicht mit der Hand gespielt wird.
„Wenn wir die Geschlechterverteilung der Beschäftigten bei
Mercedes betrachten, finden wir 4407 männliche und 657 weibliche Kolleginnen.
Wie bei vielen Industrieunternehmen sind im indirekten Bereich, in den Büros,
mit einer Quote von 38% prozentual mehr weibliche Beschäftigte (239 Frauen bei
627 Männern) in Arbeit als in den direkten Bereichen, der Produktion, wo eine nur
Quote von 11% (nur 418 Frauen gegenüber 3780 männlichen Beschäftigten) erreicht
wird“, so Alberto. „Der Frauenanteil ist in den letzten Jahren zwar gestiegen,
jedoch nicht in dem Maße, wie wir es uns wünschen.“
Im Mercedes-Werk werden drei Modelle produziert: La Vito,
der VS20 und vor kurzem wurde mit der Produktion des Vito Ecell, des
Elektro-Vans, begonnen. „Den Produktionsstart des Vito Ecell begrüßen wir sehr.
Zum Thema Elektromobilität muss ich aber anmerken, dass Mercedes sich vor allem
bei dem hier produzierten Lieferwagen deutlich verbessern muss. Die Reichweite
der Fahrzeuge beträgt 140 km bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h, die Ladezeit
beträgt 6 Stunden. Auch bei den Infrastrukturen brauchen wir Verbesserungen, denn
weder in Euskal Herria noch im spanischen Staat finden wir ausreichende Möglichkeiten,
um die Fahrzeuge aufzuladen,“ meint Alberto kritisch.
Die letzten Wochen der Interessenvertretung bei Mercedes war
auch durch die Wahlen zum neuen Betriebsrat geprägt. Sieben Gewerkschaftslisten
hatte sich zur Wahl gestellt.
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| Informationsblätter von LAB bei Mercedes zur diesjährigen Betriebsratswahl |
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| Das Wahlergebnis 2018 |
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| Informationsblatt über den Ausgang der Betriebsratswahl |
„Bei Mercedes haben wir keine Schwierigkeiten mit prekärer Beschäftigung. Eine wichtige Auseinandersetzung für uns ist eine doppelte Gehaltsskala, unter der die neuen Einstellungen leiden. Neue Mercedes-Beschäftige werden zu schlechteren monetären Bedingungen eingestellt. Als LAB wehren uns massiv gegen eine solche Zweiklassengesellschaft im Betrieb. Der Wert der Arbeit muss für alle gleich sein. Wir werden weiterkämpfen, damit diese doppelte Gehaltsskala verschwindet. Gleiche Arbeit bedeutet gleiches Geld.“
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| Demonstration vor dem Wirtschafts- und Unternehmensverband SEA Empresas Alavesas |
"Dieselgate betrifft uns in Gasteiz auf direktem Wege. Von Oktober bis Ende des Jahres werden wir insgesamt 15 Tage schliessen, und die Nachtschicht wurde bis zum 12. November ausgesetzt Am Jahresende schulden wir dem Unternehmen somit 18 Tage Arbeit" meint Alberto zur aktuellen Beschäftigungssituation. "In diesem Jahr wurden 155.000 Transporter prognostiziert, und am Ende werden wir 146.012 herstellen können, also viel weniger als erwartet. Dies wird sich auf die Geldbeutel der ArbeiterInnen auswirken, da die Bezahlung durch diese Ergebnisse für das Jahr 2018 stark gemindert wird. Und für 2019? Nun, für das nächste Jahr hat das Unternehmen eine Prognose von 154.000 Einheiten abgegben, möchte die Produktion auf die Spitze treiben, aber es ist überhaupt nicht klar, ob und wie dies möglich sein wird. Wir werden sehen" beschließt Alberto unsere aktuelle Kommuikation.
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| Solidarität und Unterstützung unter den KollegInnen |
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| Eine Delegation von LAB bei einer Demo |







