Ezker Sindikalaren Konbergentzia - Vereinigung der Linken der Gewerkschaften
Ezker Sindikalaren Konbergentzia - Vereinigung der Linken der Gewerkschaften
Das Ende der Franco-Diktatur war durch die krampfhafte Phase
des Übergangs und der Rekonfiguration der Arbeiterbewegung aus einer spontanen
ersten Dynamik der Arbeiter-Selbstorganisation gekennzeichnet, die allmählich
konsolidiert wurde, um den Arbeiterkommissionen Form zu geben. Durch das
Top-Down Organisationsprinzip der CCOO (Comisiones Obreras) entstanden
innerhalb der Gewerkschaft in Nafarroa Ende der 1970er Jahre Spannungen
zwischen verschiedenen militanten Strömungen. Bei der Strukturierung der CCOO traten
Konflikte auf, die diese inneren Strömungen in materieller Formen manifestieren
und zur Bildung der Ezker Sindikalaren Konbergentzia (ESK, Vereinigung der
Linken der Gewerkschaften) führte. Insbesondere lehnte diese Gruppe die
paktistische Logik ab, in der sich der CCOO engagierte, die auf die
Konsolidierung eines Übergangsprozesses abzielte, der von der Reform des
vorherigen Regimes ausging. Als Kontrapunkt setzte die Gruppe von
GewerkschafterInnen auf einen eindeutigen Bruch und lehnte jegliche Logik des
"sozialen Friedens" zwischen der Arbeiterwelt und den Vertretern der
Wirtschaft und des Staates ab.
Ezker
Sindikalaren Konbergentzia (ESK, Vereinigung der Linken der Gewerkschaften)
wurde Ende der 70er Jahre gegründet, als die CCOO-Führung von Nafarroa aus der
Union ausgeschlossen wurde, weil sie die offiziellen Positionen, die sie im
gesamten spanischen Staat und in der baskischen Autonomen Gemeinschaft
vertreten hat, nicht mehr verteidigt hat. Mit der Ausrede, den Übergang zu
regeln, basierten diese offiziellen Positionen auf Paktizismus und
"sozialem Frieden" im Austausch für mehr Macht für die
CCOO-Bürokratie. Diese ursprüngliche Gruppe von GewerkschafterInnenn wurde von AktivistInnen
aus Nafarroa gebildet, die sich in den Arbeitszentren zu "einheitlichen
Kandidaturen" zusammenfanden; Mitte der 80er Jahre war die Gewerkschaft
auch in Biskaya, Araba und Gipuzkoa mit Menschen aus radikalen Gewerkschaften
wie der Sindicato Unitario (SU), der Confederación Sindical Unitario de
Trabajadores (CSUT) und anderen vertreten. 1985 wurde ein einheitlicher Name
eingeführt: Ezker Sindikalaren Koordinakundea -Coordinadora Unitaria de lzquierda Sindical (ESK-CUIS).
Die linke Gewerkschaftsbewegung CCOO-Euskadi blieb in ihrer
Gewerkschaft bis 1998, als sie ESK-CUIS aufgrund von Unterschieden in der
Gewerkschaftsstrategie (zu geringe CCOO-Militanz) sowie des politischen Handelns
(Unterstützung von Anti-Terroristen-Front und einer Weigerung, den baskischen
Konflikt durch Überwindung des Autonomiestatus und der Verfassung zu lösen), am
17. Oktober per Ratifizierung beitrat. Die ESK (Ezker Sindikalaren
Konbergentzia) ist das Ergebnis aus dieser Vereinigung zwischen ESK-CUIS und
der Ezker Sindikalaren Konbergentzia.
Auf ihrer zweiten Vollversammlung am 24. Oktober 2003 in
Bilbao hat die ESK klar definiert, was sie als die starken Ideen der
Gewerkschaft definiert: die Förderung einer militanten Gewerkschaftsbewegung,
deren Ziel nicht darin besteht, nur auf ein Minimum an gewerkschaftlicher
Militanz zu setzen, sondern eine kämpfersich Haltung zu zeigen und darauf das
gesamte Gewerkschaftskonstrukt aufzubauen. In der Versammlung wurde ein gewerkschaftlicher
Radikalismus gegenüber der paktistischen Logik der Sozialpartnerschaft
beschlossen. Nach Meinung der VersammlungsteilnehmerInnen führte die von den
Mehrheitsgewerkschaften geteilte Strategie der Paktiererei zu einem falschen
sozialen Frieden, bei dem die auf Wachstum angelegte Ideologie Einschränkungen
der Arbeitnehmerrechte mit sich brachte.
Ein Thema, welches immer zu inneren Spannungen führte war die
"nationalen Frage". Da sich ESK ihrer Plurailtät innerhalb der Gewerkschaft
bewusst war, wurde sowohl hinsichtlich der Analyse der verschiedenen Aspekte
des baskischen Konflikts als auch der zu ihrer Lösung erforderlichen Maßnahmen
und dem Umfang desselben erkannt, mit Vorsicht zu handeln, und Lösungen auf
Grund der ausgewogenen Dimension der vorhandenen Meinungen anzustreben, die auf
die demokratische Lösung der legitimen Bestrebungen des baskischen Volkes
abzielen. Basierend auf dieser Erkenntnis fasste die ESK den baskischen
Konflikt in "ein Phänomen der nationalen Unterdrückung" des
baskischen Volk zusammen, welches damals (2003) keinen Ausweg fand. Parallel
dazu wurde der politische Charakter des Konflikts anerkannt, es bestand jedoch
die Behauptung, dass diese bloße Anerkennung nicht die Folgen lösen würde,
unter denen sich nicht nur die Anerkennung aller nationalen Identitäten,
sondern auch die Achtung der Menschenrechte einhergehen würden. Eine
Verteidigung der Rechte "aller Menschen ohne Ausnahme" ist das Recht
auf Leben oder "das Recht, nicht gefoltert zu werden". Es war daher
logisch, dass die Angriffe der ETA nicht nur die Forderungen baskischer
politischer Gefangener unterstützte, sondern auch abgelehnt wurden, weil nach
Ansicht eine mangelnde soziale Legitimität unterstrichen wurde. Schließlich
unterstützte ESK das Selbstbestimmungsrecht des baskischen Volkes, das
"jeder institutionellen Realität, aus der sich heute unser Volk
zusammensetzt" entsprach.
Während der dritten Vollversammlung in 2008 zur öffentlichen
Haltung der ESK wurde die Nafarroa-Frage zentral diskutiert: ESK ging in einem
Diskussionstrang davon aus, dass die
institutionelle Trennung zwischen Nafarroa und der baskischen Autonomiegemeinschaft
(CAV) ein Produkt einer Auferlegung ist, die auf der Leugnung der Existenz des
baskischen Volkes als Gegenstand politischer Entscheidungen beruht. Die andere
Meinung, ohne den aufgezwungenen Ursprung der Kluft zu bestreiten, ist der
Auffassung, dass "eine demokratische Realität definiert wurde, die immer
noch unvollkommen ist, in der sich Gefühle der Pluralität und Zugehörigkeit gebildet
haben". Aus dem ersten Ansatz erklärt sich die Situation der
Ungerechtigkeit, die durch die territoriale Spaltung verursacht wurde, und die
Weigerung, die Rechte des baskischen Volkes anzuerkennen sowie die Entstehung von
ETA, obwohl sie diese keinesfalls rechtfertigt. Aus Zweiten ist das
Vorhandensein von ETA das ein Hauptproblem der Basken als Folgerung dargestellt
worden. Beim Versuch, beide Ansätze zu synthetisieren, geht die vorgenannte
Lösung davon aus, dass sich die Situation in Euskal Herria nicht normalisiert. dass
die Gewalt der ETA eindeutig delegitimiert ist; und dass der Staat mit der
Ausrede der Verfolgung des Terrorismus die grundlegenden sozialen und
politischen Rechte einschränkt. Hieraus definierte ESK einen gemeinsamen Mindestnenner,
der auf der Forderung nach dem Auflösen von ETA fußt, der Forderung, dass der
Staat seine repressiven Praktiken einstellen und die Freiheiten ermöglichen
muss.
Im Jahr 2008 hatte es 6.000 Mitglieder und 400
Gewerkschaftsdelegierte.
Die Nafarroa-Frage und die damit verbundene Ausrichtung
sowie die Diskussionen der dritten Vollversammung führte zum Mehrheitsbeschluss
der Provinzialkommission am 28. Mai 2010, die die Teilung von ESK aufgrund
organisatorischer und identitätsbedingter Unterschiede in zwei Bereiche. Bis zum 25. Juni hatte jedes Mitglied von ESK auf
Grund eines Anschreibens, in dem der Prozess und die Positionen der beiden
Lager erläutert wurden, die Möglichkeit sich zu entscheiden, welcher Gewerkschaft
es in der Folge zugehören möchte. Am 30. Juni wurde die endgültige Trennungsvereinbarung zwischen
der ESK-Verwaltung und dem neuen Gewerkschaftsmodell, der Solidari-Förderkommission, unterzeichnet.
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ESK versteht sich heute als unbürokratische und sehr
partizipative Gewerkschaft, die sich für die Verteidigung der Interessen der
Arbeitnehmerinnen und Arbeiter und der am stärksten benachteiligten Gruppen der
Gesellschaft einsetzt.
Die kontinuierliche Mobilisierung und Zusammenarbeit mit
anderen Gewerkschaften (hauptsächlich mit Steilas, CGT, LAB und ELA auf
allgemeiner Ebene, ergänzt durch Co.Bas, CGT, AST und En Construccio bei
Telefónica-Movistar) sind die nützlichsten Instrumente, die wir haben, um
Arbeitsverbesserungen zu erreichen und Aggressionen von Unternehmen
einzudämmen. Die Seele der Gewerkschaftsbewegung liegt in den Werten, die im
täglichen Leben verteidigt werden; ESK ist kämpferisch.
ESK strebt eine möglichst breite Beteiligung an der
Entscheidungsfindung an, und freiwilliger Aktivismus ist für die
Funktionsfähigkeit von ESK unerlässlich.
ESK glaubt an die Verteilung von Arbeit (bezahlt und
unbezahlt) und Wohlstand. Sie ist sich der Grenzen der Umwelt bewusst; die
menschliche Entwicklung muss diese Grenzen respektieren. Das Allgemeine
Grundeinkommen und der Abbau sind ihre Referenzwerte.
ESK versteht sich als Feministinnen und strebt nach einer
wirklichen Gleichstellung der Menschen, ohne dass das Geschlecht ein Grund für
Diskriminierung ist.
Als eine baskische Gewerkschaft fordern sie die Achtung
ihrer Identität als Volk und die Anerkennung der bürgerlichen und politischen
Rechte für alle Menschen.

