Manifest der Intersindical - CSC zum 11. September 2018
Die Intersindical - CSC veröffentlicht ihr Manifest zum 11. September 2018
Erinnere dich an die Geschichte, um Seiten der Geschichte zu schreiben
Es gibt keine Republik ohne die Arbeiterklasse!
An jedem 11. September, dem Nationalfeiertag von Katalonien, haben wir die
Gelegenheit, uns an unsere Geschichte und unsere Herkunft zu erinnern. Erinnern
wir uns an das Jahr 1714, in dem wir, trotz militärischer Niederlage, unsere
Freiheitsideale immer am Leben erhalten haben. Unsere Überzeugung hat bis heute
angehalten.
Die Geschichte dient dazu, sich zu erinnern, zu lernen und die Fakten zu interpretieren. Seit einigen Jahren schreiben wir neue Seiten unserer Geschichte, die auf Freiheit, Bürgerrechten und Demokratie basieren.
Mit einem Überblick über die Geschichte unseres Landes und
ein großer Teil der Weltgeschichte zeigt uns, dass die wichtigsten sozialen und
demokratischen Fortschritte aus den Bauernaufständen und jenen der Arbeiter und
Arbeiterinnen aus der Industrie entstanden sind. Kurz gesagt, die Revolutionen
der Arbeiterklasse, der Arbeiter und den untergeordneten Klassen. Es stimmt
aber auch, dass die Analyse unserer Geschichte zeigt, dass wir Revolten haben,
wie die Revolution der Frauen und die Gleichheitberechtigung, die trotz der
Fortschritte in den letzten Jahren noch einen langen Weg vor sich haben.
Die Geschichte erinnert uns an die kleinen sozialen,
arbeitsrelevanten und demokratischen Siege, welche wir im letzten Jahrhundert
erreicht haben, sie zeigt uns auch, dass wir in Bezug auf die demokratischen,
politischen und sozialen Belange in einer Regression leben, wie wir seit
Jahrzehnten beobachten, sowohl in den katalanischen Ländern wie in der Festung
Europa und dem Großteil der neoliberalen Welt. Die Eroberungen werden nun zu
Niederlagen, was zu einer Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsbedingungen
des Großteils der katalanischen Bevölkerung und der Arbeiterklasse aus der
ganzen Welt führt. All dies in einem Zusammenhang mit den politisch Gefangenen,
den Exilierten aus ideologischen Gründen, mit spöttischen Gerichtsverfahren in
den kommenden Monaten und faschistischer Aggression gegenüber Menschen, die für
das Erreichen der katalanischen Republik leben und arbeiten.
Also, es ist wichtig Geschichte zu kennen um zu wissen, was
wir als Volk sein wollen. Und Geschichte wird von Menschen geschrieben, aber
vor allem von Historikern analysiert, die eine der treibenden Kräfte sind, um
sich zu erinnern, wer wir sind und was mit denen geschah, die uns
vorausgegangen sind. Eine Geschichte jedoch, die niemals neutral ist und, wie
ein afrikanisches Sprichwort sagt, "während Löwen keine Historiker haben,
wird die Jagdgeschichte den Jäger weiterhin verherrlichen".
Glücklicherweise hat die katalanische Arbeiterklasse
Historiker und Historikerinnen, die uns helfen, auf unseren roten Faden zu
verweisen. Aus diesem Grund möchten wir in diesem Jahr an eine davon erinnern,
an eine Aktivistin der linken, sozialen und kulturellen Angelegenheiten und
unserer Sprache, die Mitglied der Intersindical-CSC war. Dieses Jahr hat uns
Eva Serra verlassen. Einer Frau, der wir durch ihren Beruf als Historikerin und
ihrer Berufung im nationalen Aufbau, bei den neuen Herausforderungen und
unseren Fehlern gedenken müssen, die aber vor allem bei uns sein wird wenn wir
die katalanische Republik realisieren.
Auf eine Konferenz in der Stadt Barcelona, im Jahr 2015,
genau anlässlich der Diada, nahm uns Eva Serra mit auf eine Reise in unsere
Vergangenheit, bis 1714, zu bestätigen, dass „es eine Konstante in der
Geschichte Kataloniens ist, dass der Bruch mit dem Staat die Gesetze
demokratisiert und soziale Gerechtigkeit belebt." Die Unabhängigkeit ist
ein Weg, das Leben der katalanischen Volksklassen zu verbessern. Es ist eine
Konsequenz dieses Kampfes, aber dies ist auch ein notwendiger Horizont, um die
Mehrheit der Bevölkerung dem republikanischen Kampf hinzuzufügen.
Aus diesem Grund müssen wir einen Sozial- und Arbeitsdiskurs
für die Wiederbelebung der katalanischen Republik hinzufügen, um näher dran zu
sein, dies zu erreichen. Eine Republik der Arbeitnehmerrechte, wie die, die wir
am 1. Mai massiv gefordert haben mit einem Mindestlohn von 1.200 Euro,
Mindestrenten mit dem gleichen Betrag, einen Anspruch auf einen Arbeitstag von
35 Stunden, der Beendigung des Lohngefälles sowie andere Diskriminierungen,
unter denen Frauen leiden, oder das Ende der sozialen Kürzungen. Um diesen
Horizont zu erreichen und die Arbeitsrechte und die nationalen Rechte zu
schützen, müssen wir die republikanische Gewerkschaftsbewegung weiter stärken.
Heute und morgen, wie es gestern war: Die Arbeiterklasse muss der Protagonist
der Revolution sein, die uns in die katalanische Republik führt!

