Confederación Intersindical Galega (CIG) – eine galicische Gewerkschaft
Confederación Intersindical Galega (CIG) – eine galicische Gewerkschaft
Im Juni 2018 hatte die Confederación Intersindical Galega (CIG) 4.480 Delegierte (28,28% der Gesamtzahl) und mehr als 80.000 Mitglieder und ist damit die größte Gewerkschaft Galiciens, sowohl was die Mitglieder als auch die Delegierten in den Betrieben betrifft.
Woher kommt die CIG und was will sie?
Die INTG
In den 70er Jahren gab es verschiednene Gewerkschafter in
Galicien, unter anderem die SOG (Sindicato Obreiro Galego), die ING
(Intersindical Nacional Galega), die CTG (Confederación de Traballadores
Galegos) und CSG (Central Sindical Galega)
Die INTG wurde nach den Gewerkschaftswahlen 1980 gegründet, bei denen die beiden galicisch-nationalistischen Gewerkschaften, die Intersindical Nacional Galega (ING) und die Central de Traballadores Galegos (CTG), kooperierten. Sie erreichten gemeinsam 1679 Delegierte (17,5%), was mehr als 15% der Gewerkschaftsvertretung entspricht. Diese 15% werden nach spanischem Gesetz verlangt, damit überhaupt angenommen werden kann, dass es sich um eine repräsentative Gewerkschaft handelt. In der Praxis bedeutet dies die Möglichkeit der Gewerkschaft, Verhandlungen über die Tarifverträge zu führen. Aktuell hat im gesamten spanischen Staat diese Repräsentativität die Nachfolgegewerkschaft CIG zusammen mit CCOO, UGT und den baskischen Gewerkschaften ELA und LAB.
Dieser strategische Erfolg der Einheit von ING und CTG
begünstigte die Konsolidierung der Vereinigung beider Gewerkschaften zu einer
einzigen antikapitalistischen, kämpferischen, linken und galicisch-nationalistischen Gewerkschaft, die 1981 stattfand, als sich beide
Gewerkschaften zusammenschlossen und die INTG gründeten.
Nach dem so genannten Pactos de la Castellana wollte die Zentralregierung
die öffentlichen Schiffbauunternehmen verändern. Beteiligt werden an dieser „Marineumwandlung“
solten die INTG gemeinsam mit den spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT. Verhandlungen
begannen am 15. April 1983 in der Comarca von Vigo, eine von der neuen
Staatspolitik am stärksten betroffenen Städte. Die Spannungen nahmen in den
folgenden Monaten zu, und die INTG rief am 14. Februar 1984 zu einem
Generalstreik auf, der von dem Galicischen Nationalistischen Block (BNG),
Galiza Ceibe-OLN, der PSG-EG, der MCG und den Galicischen Revolutionären
Studenten unterstützt wurde. CCOO und UGT riefen ebenfalls zum Streik auf,
allerdings nur in den Städten Vigo und Ferrol, wo sich die wichtigsten
galicischen Werften befanden.
Der Erfolg des Streiks vom 14. Februar veranlasste CCOO,
sich dem Aufruf zu einem weiteren Generalstreik anzuschließen, der am 12. Juli abgehalten
wurde. Die UGT hatte nicht zum Streik aufgerufen, da sie mit der PSOE, die
damals über Spanien herrschte, eng verbunden war. Die UGT warf der CCOO und der
INTG vor, ein Klima der Gewalt und Unruhen in Galicien zu schaffen, und
verglich die Situation in Galicien mit der im Baskenland. Der Streik wurde von
der INTG und den übrigen galicischen nationalistischen Organisationen als
großer Erfolg angesehen, was einen dritten Aufruf zu einem Generalstreik für
den 29. November desselben Jahres (1984) ermöglichte. Ziel war der neue
Sozialpakt (AES), der zwischen der UGT und der spanischen Regierung
unterzeichnet wurde und die Demontage der Schiffbauindustrie in der Region Ria
de Vigo vorantrieb. Wiederum schloss sich CCOO dem Aufruf der INTG an, und der
Streik war ein neuer Erfolg, der eine große Anzahl von galicischen Landkreisen
mobilisierte, insbesondere in Vigo, wo es mehr als 100 000 Demonstranten gab.
Die drei Generalstreiks führten zu einer erheblichen Zunahme der Unterstützung
für die gewerkschaftliche Arbeit der INTG.
Abspaltung von der INTG
Trotz des großen Erfolgs der von der INTG geführten Generalstreiks
entstand im selben Jahr 1984 eine kritische interne Strömung mit der
Gewerkschaftsführung und ihrem Generalsekretär Xan Carballo. Diese Strömung,
genannt Converxencia Sindical Nacionalista (CSN). Die CSN beschloss 1985, die Zusammenarbeit
mit INTG aufzugeben und gründete die Confederación Xeral de Traballadores
Galegos-Intersindical Nacional (CXTG)
Das Verhältnis zur CXTG führte auch zu einem Bruch innerhalb
der INTG, der die vier verschiedenen Kandidaten für die internen Wahlen im
Dritten Kongress 1987 erklärt.
Wiederverneigung und Geburt der CIG
Am 2. April 1990 haben INTG und CXTG eine einheitliche Liste
der Gewerkschaftswahlen erstellt, die sich Converxencia Intersindical Galega nannte.
Nach der einheitlichen Kandidatur gab es 1993 eine organische Vereinigung, die
die Confederación Intersindical Galega (CGI) ins Leben rief. Offitiel gegründet
wurde die CGI am 19. März 1994. Fernando Acuña, der von der CXTG kam und mit
der galicischen Einheitspartei verbunden war, wurde in den ersten beiden
Konferenzen der Gewerkschaft zum Generalsekretär der CGI ernannt.
Für was steht die CIG?
Die CIG hat als grundlegende Ziele die schrittweise und
allgemeine, individuelle und kollektive Verbesserung der Arbeitnehmer; die
Förderung des galicischen Rahmens für Arbeitsbeziehungen und den Bau des
einzigartigen galicischen Gewerkschaftszentrums; die Verteidigung der vollen
Ausübung der Menschenrechte, der individuellen und kollektiven Rechte,
einschließlich des Rechts auf Selbstbestimmung; eine neue Form der
internationalen Wirtschaft, eine neue Form der Zusammenarbeit und der
Solidarität; eine neue Form der Zusammenarbeit, die es ermöglicht, dass das
Plenum der Europäischen Union in der Lage ist, sich mit den aktuellen und
zukünftigen Gegebenheiten vertraut zu machen.
Aufbau der CIG
Regionen und Branchenvertretungen
Die Confederación Intersindical Galega besteht aus 7
Regionen (Vigo, A Coruña, Pontevedra, Santiago de Compostela, Ferrol, Ourense
und Lugo) und 8 Branchenverbänden (öffentliche Verwaltung; Banken,
Versicherungen und Büros; Bauwesen und Madeira; Bildung; Industrie; FGAMT
(Lebensmittel, Meer, Textil und Transport und Kommunikation); Gesundheit;
Dienstleistungen.
Die Mitgliedschaft erfolgt in der Gewerkschaftszentrale, diesich
im Compostela befindet. Die Vertretung der Mitglieder wird über 55 Standorte im
ganzen Land sichergestellt. Die CIG hat ihre eigene Zeitschrift „Tempo Sindical“
mit einer Auflage von 65'000 Exemplaren sowie ein Gewerkschaftsbulletin mit
einer Auflage von 10'000 Exemplaren.
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