Terra Lliure - der Versuch einer geschichtlichen Darstellung
Seit dem 5. Mai 2018 ist die ETA Geschichte. Eine Organisation, über die im Vergleich zur ETA relativ wenig in Deutschland bekannt ist, war die Terra Lliure aus Katalonien. Dies ist der Versuch einer geschichtlichen Darstellung der "Terrororganisation".
Terra Lliure (TLL) wurde 1978 gegründet. Die Gruppe führte in ihren 17 Jahren 196 Angriffe durch, bei der fünf Menschen ums Leben kamen (vier davon waren eigene Aktivisten). Während ihrer Existenz wurden rund 300 Menschen festgenommen, denen nachgesagt wurde, dass sie Verbindungen zur Organisation hätten.Terra Lliure war für einige der bewaffnete Arm der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung, für andere ein verpfuschter Flop.
Die meisten der ursprünglichen Mitglieder von Terra Lliure kamen um 1980 in die Gruppe und kamen von anderen Organisationen wie der Exèrcit Popular Català (EPOCA), der Front d'Alliberament Català (FAC) und der Partit Socialista d'Alliberament Nacional (PSAN).
Animiert von den Aktionen der EPOCA und überzeugt, dass die
katalanische Unabhängigkeit einen bewaffneten Flügel braucht, übernahm eine
Gruppe junger katalanischer Unabhängigkeitskämpfer, die Mitglieder der PSAN-N
(eine Splittergruppe der PSAN) die Initiative. Sie
kontaktierten die ETA, um
mit Waffen und militärischer Ausbildung versorgt zu werden. Die Basken
akzeptierten. So gingen die Gründer dieser neuen katalanischen Gruppe
nach Iparralde (das französische Baskenland), um sich ausbilden zu lassen. Die
Etarras lehrten sie,
wie man Bomben baut. "Wir wurden auch gewarnt, dass das Leben eines
Terroristenkommandos drei Monate dauert. Dass von da an alle tot, eingesperrt
oder im Exil sind. Wir haben gesagt: Mach weiter", erklärt Fredi
Bentanachs, einer der Gründer von Terra Lliure, in einem Dokumentarfilm. Es war der Winter 1978, und nach der Ausbildungszeit in
Iparralde stellte die ETA der katalanischen Gruppe ein Arsenal von 2 Sten
Maschinenpistolen, 5 Firebird-Pistolen und 5 Kilo Goma-2 zur Verfügung.
Als erste dokumentierte Aktion von Terra Lliure gilt ein Überfall auf eine Firma Cosmética Barcelonesa, bei der einer der Aktivisten, Felix Goñi,
arbeitete. Sie
fesselten und knebelten den Hausmeister und stahlen 500.000 Peseten. De erste Aktitität von
Terra Lliure, die noch nicht einmal einen Namen hatte.
Im 26. Januar 1978 war ein erster großer Raub geplant, der zum Misserfolg wurde.
Das erste Kommando dieser neuen Gruppe war dabei, einen Lieferwagen
anzudocken, der Geld von der Banca Catalana transportierte. Der Aktivist Quim Pelegrí hatte ein Auto gemietet um das Überfall zu ermöglichen, er hatte es in der Diputació Straße in Barcelona
abgestellt. An dem für den Überfall gewählten Tag kamen die Aktivisten
mit einem Renault 4L an, um den
Mietwagen zu nehmen, stellten aber fest, dass die Polizei dort eine Polizeikontrolle eingerichtet hatte, um einen Anwalt zu schützen. Die
Aktivisten waren ungelernt und umkreisten den Block zwei Mal, um zu warten,
bis die Polizei Land-Rover wegfuhr. Auf der dritten Runde wurden sie von einem
bereits wütenden Offizier angehalten. Der Fahrer
beschleunigte. Der Korporal der Guardia Civil sah sie fliehen und feuerte und
traf den 19-jährigen Martí Marcó, der einige Tage später an
Schussverletzungen starb.
Sie warteten zwei Monate auf die nächste Aktion. Sie hatten nicht das Versprechen vergessen, dass sie den Etarras gegeben hatten: französischen Ziele anzugreifen. So beschlossen sie, eine Bombe in einem Renault-Händler in der Nacht des 26. Mai mit
zwei Kilo Sprengstoff an das Autohaus anzubringen. Die Bombe war jedoch schlecht
aktiviert und explodierte nicht.
Sie bereiteten sich eine Woche vor und kehrten am 2.
Juni zum selben
Händler zurück. Diesmal würde die Bombe wirklich in die Luft gehen. Zwei
Aktivisten, Fredi Bentanachs und Griselda Pineda, waren als Beobachter eingeteilt. Quim Pelegrí und Félix Goñi, die für den Bau der Bombe verantwortlich waren, hatten jedoch keine guten Job gemacht: Die Bombe explodierte vor ihren Gesichtern, viel früher als
erwartet. Félix Goñi starb und Quim Pelegrí wurde schwer verletzt.
Die Polizei verhaftete die beiden anderen Mitglieder, die Wache hielten. So hatte die
Widerstandsgruppe Mitte des Jahres noch keinen Namen - und zwei ihrer Mitglieder waren
bereits gestorben.
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| Terra Lliure mit einem Kommuniqué in den 1980er Jahren |
Im Jahr 1980, als der Kader wieder aufgebaut war, begannen Terra Lliure das zu attackieren, was ihr Hauptziel sein sollte: die Kraftwerke, genauer gesagt die FECSA, die katalanische Elektrizitätsgesellschaft. Die Fixierung mit den Kraftwerken führte dazu, dass die Organisation zu Beginn ihres Bestehens nicht mit einer unabhängigkeits, sondern mit einer umweltpolitischen Gruppe gleichgesetzt wurde. Es war die Zeit der Proteste gegen die Kernenergie, und der Name Terra Lliure lud zum Nachdenken über Land, Landschaft, Ökologie und Grün ein.
Am 21. Mai 1981 entführten zwei Mitglieder von Terra Lliure Federico Jiménez Losantos, einen Professor am Puig Castellar Institut in Santa Coloma de Gramanet sowie einen weiteren Gelehrten. Ins Visier von Terra Lliure kam Jiménez Losantos auf Grund der Unterzeichnung und Förderung des "Manifest der 2.300", welches eine "linguistische Diskriminierung" des Spanischen durch die katalanische nationalistische Bewegung anprangerte. Nach der Entführung wurden beide Lehrer in einen Kiefernwald in der Nähe von Santa Coloma de Gramanet gebracht, wo sie an einen Baum gebunden wurden. Einer der Entführer, Pere Bascompte, schoss Jiménez Losantos in sein Bein gefolgt von einer Erklärung, dass sie aus "Vergeltung" handeln würden, da er ein "Feind der katalanischen Länder" sei. Pere Bascompte wurde im Juli 1983 für diese Tat zu neun Jahren Haft verurteilt, von denen er nur vier Monate auf Grund eines Verfahrensfehlers absitzen musste und der anschließend ins Ausland floh.
In der Öffentlichkeit erstmalig konkret wahrgenommen wurde die Organisation am 23. Juni 1981 durch einen Protest bei einer Massenveranstaltung Som a Nació (Wir sind eine Nation) im Camp Nou Stadion in Barcelona. Dort wurde das Gründungsmanifest von Terra Lliure verteilt.
Am 24. Juni 1981 veröffentlichte die Gruppe ihre erste Erklärung, genannt "Crida de Terra Lliure" (Aufruf eines freien Landes), in der sie sich als "revolutionäre Organisation, die für die totale Unabhängigkeit der katalanischen Länder kämpft" ("organización revolucionaria que lucha por la independencia total de los Países Catalanes") und sie verkündeten "wir kämpfen gegen den Prozess der systematischen Zerstörung, dem unsere Nation ausgesetzt ist" (lucha contra el proceso de destrucción sistemática a que está sometida nuestra nación") die sie als “eine Zerstörung, die sich in mehreren Punkten materialisiert, von denen die erste die "politische Zerstörung" und die Trennung der katalanischen Länder in drei autonomen Regionen mit Sprachen und Symbolen darstellt.("destrucción política que supone la separación de los Países Catalanes en tres regiones autónomas con lenguas y símbolos diferentes, instituciones diferentes").
Das Dokument "Països Catalans" (Katalansiche Länder) endete mit den Worten:
Visca la Terra! Independència o mort! Visca la lluita armada! Una sola nació, Països Catalans!
(Lang lebe die Erde! Unabhängigkeit oder Tod! Lang lebe der bewaffnete Kampf! Nur eine Nation, Katalanische Länder!).
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| Martí Marcó, Félix Goñi, Toni Villaescusa und Quim Sánchez, die Toten von Terra Lliure. |
1982 hielt Terra Lliure ihre erste Versammlung ab, während sie ihre bewaffnete Kampagne gegen spanische und französische Institutionen, Bankbüros und andere Verwaltungen fortsetzte.
Im Jahr 1982 wurde auch die INEM, die Arbeitsagentur, Ziel der Terra Lliure. In diesem Jahr verübte die Gruppe neun Angriffe, bei der zwei Gurdia Civils verletzt wurden. 1983 fanden sieben Angriffe statt. So unter anderem auf die Polizeistation Montjuic. Ein Aktivist versuchte, eine Aluminiumrohr-Bombe als Mörser zu werfen - die Granate explodierte jedoch frühzeitig.
Eine zweite Versammlung fand im Januar 1984 statt, und die Gruppe begann, offizielle Erklärungen zu veröffentlichen.
1984 starb der TLL-Aktivist Toni Villaescusa in Alcira (Valencia) durch einen Bombeneigenbau.
Im Februar 1984 startete die Organisation eine Zeitschrift namens Alerta, die später verschwand. Im selben Jahr wurde die "Comitès de Solidaritat amb els Patriotes Catalans" CSPC (Komitees der Solidarität mit Patrioten Katalanen) und "Moviment de Defensa de la Terra" MDT (Bewegung für die Verteidigung des Landes) gegründet. Die MDT war das Projekt, das die katalanische Unabhängigkeit vereinen und dem bewaffneten Widerstand ein politisches Rückgrat geben sollte. Zu dieser Zeit hatte die katalanische Unabhängigkeitsbewegung viele verstreute Organisationen, die sich untereinander nicht vereinen konnten: CSPC (Comité de Solidaritat amb els Patriotes Catalans), IPC (Independentistes dels Països catalans), MEN (Moviment d'Esquerra Nacionalista), PSAN (Partit Socialista d'Alliberament Nacional), PSAN-P (Lo mismo, pero Provisional), BEAN (Bloc d'Esquerra Alliberament Nacional), Crida (Appeal), MDT (Moviment de Défense de la Terra, das sich später ebenfalls in zwei Teile aufteilte), FNC (Front National).
1985 war ein schlechtes Jahr für Terra Lliure. Die Polizei hatte im Januar dutzende von Verhaftungen im Zusammenhang mit der Gruppe durchgeführt, was dazu führte, dass sich die Gruppe in irgendeiner Weise neu finden musste. Es kamen neue Aktivisten aus dem Großraum Barcelona, der Region Maresme, Girona und Valencia hinzu. Am 16. Dezember explodierte in einer Telefonzelle in Baix Llobregat eine Bombe, bei der der Aktivist Quim Sánchez selbst zum Opfer des Anschlags wurde.
Zwischen 1984 und 1989 wurden einige Aktivisten von Terra Lliure verhaftet, die Gruppe behielt jedoch einen guten Teil ihrer Struktur und der operativen Kapazität.
Im Jahr 1987 verursachte die Explosion einer Bombe von Terra Lliure am Gericht von Borjas Blancas (Lleida) den ersten und einzigen zivilen Todesfall der Organisation. Eine Nachbarin des Gebäudes, Emilia Aldomà, starb bei dieser Aktion, als sie von einer einstürzenden Mauer begraben wurde. Auf Grund dieses Todes begann die Organisation, ihre Aktionen zu überdenken und gab zu, dass dieses Attentat ein Fehler war.
Im Juli 1988 hielt Terra Lliure ihre dritte Versammlung ab und entwickelte Dokumente, um den theoretischen Rahmen zu beschreiben und die soziale Realität der katalanischen nationalen Befreiungsbewegung zu analysieren: "L'independentisme combusiu davant el reptte del 92 (Die kämpferische Unabhängigkeitsbewegung als Antwort auf die Herausforderung von 1992) und "Una estrategia de ressistencia per endegar el procès d'alliberament nacional" (Eine Strategie des Widerstands, um den Prozess der nationalen Befreiung voranzutreiben). Ausserdem verabschiedete die Organisation einen ehrgeizigen Plan für die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona, auf Grund dessen militärischer Ausrichtung sich einige der Mitglieder zu lösen begannen und eine Fraktion bildeten, die die vierte Versammlung abhielten, in der der bewaffnete Kampf aufgegeben wurde. Dies wurde von Pere Bascompte, einem ihrer Gründer, kurz darauf als Mitteilung der vierten Versammlung am 8. Juli den Medien bestätigt:
"Terra Lliure, eine Militärorganisation, die für die totale Unabhängigkeit Kataloniens kämpft, wendet sich zum letzten Mal an das katalanische Volk, um die folgenden Abkommen zu kommunizieren in Anbetracht der guten Fortschritte der politischen Verhandlungen zwischen Terra Lliure und den Unabhängigkeitsführern der Esquerra Republicana de Catalunya (ERC). Nachdem das Gefühl der tiefen politischen Verantwortung der ERC im Prozess der Unabhängigkeit bestätigt wurde und die Anforderungen der ERC-Leitung in der Gesprächsrunde berücksichtigt wurden, erklärt die Führung von Terra Lliure nach der vorherigen Konsultation und einer Vereinbarung mit allen seiner Kämpfern und Kollaborateure, dass die ursprüngliche Position überdacht und beschlossen wurde, einen unbestimmten einseitigen Waffenstillstand zu erklären sowie die Selbstauflösung unserer Organisation."
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| José Félix Erezuma und Joan Carles Monteagudo von Barcelona Kommando |
Die Selbstauflösung setzt die totale Einstellung der Aktivitäten von Terra Lliure voraus, wobei einige Aktivisten diese Aufgabe des bewaffneten Widerstands nicht akzeptierten. Joan Carles Monteagudo setzte seine Aktivitäten in den Reihen der ETA fort. Er war ein Mitglied des Barcelona Kommandos, das die Angriffe in Sabadell und die Hausbaracke von Vich durchführte, welche 16 Todesfälle zur Folge hatte.
Im Juni 1992, kurz vor der Feier der Olympischen Spiele in Barcelona, wurden überraschenderweise und unter umstrittenen Umständen rund 60 mutmaßliche ehemalige Mitglieder von Terra Lliure im Rahmen der sogenannten "Operation Garzón" festgenommen. Einige von ihnen konnten durch das Eindringen eines Maulwurfs in das Herz von Terra Lliure verhaftet werden. Der Maulwurf hieß Txema Aloy, war aus Manresa und wurde von Mikel Lejarza "El Lobo" (dem Agenten, der die ETA infiltiert hatte) ausgebildet. Nach der Operation gegen die TLL war Aloy wie vom Erdboden verschwunden.
Diese "Operation Garzón" führte zu kontroversen Diskussionen in Katalonien, da Terra Lliure sich im vergangenen Jahr aufgelöst und seine Aktivitäten eingestellt hatte.
Von den Angeklagten hatten 15 Häftlinge vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage gegen Spanien eingereicht, in der sie behaupteten, dass sie gefoltert worden seien. Am 2. November 2004 hat der europäische Gerichtshof seine Entscheidung gefällt. Die Foltervorwürfe wurden wegen fehlender Beweise zurückgeweisen. Verurteilt wurde jedoch der spanische Staat, da er keine gründliche und wirksame Untersuchung der Fakten gemäß Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention durchgeführt hätte, um herauszufinden, ob wirklich Folter angewendet wurde. Die Untersuchungen der spanischen Behörden erschienen nicht ausreichend. Spanien wurde verurteilt, die Kläger mit jeweils 8.000 Euro für moralische Schäden zu entschädigen. Spanien wurden auch die Zahlung von Rechtskosten von 12,009 Euro auferlegt.
In der Folge vermittelte die Esquerra Republicana de Catalunya (ERC), eine der Hauptformationen der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung, die Wiedereingliederung der Gefangenen. Sie schlug die Integration der Mitglieder der Organisation in ihre Partei vor, als Beispiel für den gewaltfreien Weg zur Unabhängigkeit. Unabdingbare Voraussetzung für den Beitritt war jedoch ein ausdrücklicher Verzicht auf Gewalt. Die ehemaligen Terra Lliure-Aktivisten, die dem ERC beigetreten sind, hatten keine laufenden Strafverfahren.
Die formelle Auflösung dessen, was von Terra Lliure noch übrig war, wurde am 11. September 1995 während des Nationalfeiertages von Katalonien (Diada) veröffentlicht .
Alle Gefangenen der Organisation wurden begnadigt, einige sogar, nachdem sie sich weigerten, Strafgelder zu erhalten. Die letzten Mitglieder der Verurteilten wurden bereits von der ersten Regierung von José María Aznar begnadigt. Ende 1996 gab es keinen Gefangenen von Terra Lliure in spanischen Gefängnissen mehr.
Poble Lliure wird als Nachfolger des politischen Arms von Terra Lliure betrachtet. Gegenwärtig ist Poble Lliure eine in den CUP integrierte Organisation.
Auch heute noch ist Terra Lliure ein Thema.
So zum Beispiel um den Twitter-Account von Endavant Bages, eine unabhängige Gruppe in der Nähe der CUP. Am 25. Jahrestag der Verhaftung von Terra Lliure AktivistInnen in 1992, die verhaftet wurden weil sie drei Sprengsätze in Barcelona und Girona platziert hatten (die deaktiviert werden konnten), erregte ein Tweet vom 29. Juni 2017 die Aufmerksamtkeit. Auf dem Foto des Tweets sind vier der sechs beteiligten Mitglieder von 1992 auf einem Plakat mit dem Titel "Visca (la) terra lliure" veröffentlicht wurden. Die Botschaft von Endavant bezieht sie sich auf diejenigen, die damals als Gegner der Auflösung von Terra Lliure galten: David Martínez, Esteve Comellas, Jordi Bardina und Teresa Mas. Sie waren ein Teil Häftlinge, die später die Folter und Schikanen durch die Polizei anprangerten. Das Urteil des Straßburger Gerichts wurde oben erwähnt.
El Espanol war sich am 3. Januar 2018 nicht zu schade, in einem Artikel auf die Freundschaft von Carles Puigdemont und Miquel Casals hinzuweisen. Es folgen Auszüge aus dem Artikel, dessen Botschaft klar ist: CP hat einen Ex-Terroristen als Freund
Casals soll ein Mitglied des inneren Kreises von
Puigdemont sein. Carles und Miquel sind Freunde, Vertraute. Lange bevor der
erste als Präsident der Generalitat vereidigt wurde und der zweite für immer
von Terra Lliure getrennt wurde. In den 1970er Jahre gingen die Wege von Puigdemont und Casals ausseinander. Der eine wurde Journalist und sollte einen Platz in Convergencia (CDC) erhalten, der andere würde einen Platz in Terra Lliure finden, einer
terroristischen Organisation, die bis Anfang der 90er Jahre an den Waffen fest hielt. Das
von ABC herausgegebene Foto, das den letzten gemeinsamen Silvesterabend zeigt,
war weit davon entfernt, möglich zu sein.
1992, mit den Olympischen Spielen in Barcelona, fand die
spätere "Garzonada" statt. Eine Welle von Verhaftungen gegen
Mitglieder von Terra Lliure wurde durchgeführt. Obwohl die Terrorgruppe praktisch im
Abseits stand, befürchtete die Regierung von Felipe Gonzalez einen Angriff
während der Olympischen Spiele auf der Suche nach dem Anerkennung. Miquel Casals war sich dessen bewusst und floh. Er kehrte
zurück, nachdem die Spiele beendet waren, als Dutzende seiner
Gefährten festgenommen worden waren. Er wurde am 24. September 1992 in Girona auf dem Weg
aus dem Kino verhaftet. Der Bundesgerichtshof verurteilte ihn zu zwei Jahren
Gefängnis wegen Zusammenarbeit mit einer terroristischen Bande und illegalem
Waffenbesitz. Er brachte einen Revolver aus Andorra nach Spanien und war nur
für ein paar Tage im Gefängnis. Das Urteil selbst enthielt das
Begnadigungsgesuch, das die spanische Regierung 1996 bersiegeln würde, weil es
bei den Anschlägen keine Opfer und kaum materielle Schäden gab und keine Gefahr
bestand, dass sie erneut handeln würden. Nach dem Verzicht auf Waffen wählte
Miquel Casals Esquerra Republicana, um sich der Politik anzuschließen. Am letzten Silvesterabend posierten sie mit ihren engen
Freunden, was die Bindung zwischen Puigdemont und Casals endgültig stärkte.
Außerdem haben sie ein gleichaltriges Kind.
Eine Meldung vom 1 Mai 2018 auf e-noticies bemüht sich auch der Geschichte.
Denn die Präsidentin des ANC, Elisenda Paluzie, demonstrierte am
1. Mai in Begleitung mit der Führungspersönlichkeit der Gewerkschaft Intersindical-CSC, Carles Sastre, der 1977
den Mord an dem Geschäftsmann José María Bultó als EPOCA-Aktivist verübte. Als ehemaliger Terra Lliure-Aktivist wurde er 1985 zu 30
Jahren Gefängnis verurteilt, auch als Mitverursacher des Mordes an dem Industriellen
José María Bulto. Dieser starb, nachdem er von einem Schrapnel einer Bombe in die Brust
getroffen worden war. Im Jahr 1987 wurde Sastre wegen Mitgliedschaft
in einer bewaffneten Bande und Waffenbesitz ebenfalls zu 18 Jahren Gefängnis
verurteilt, wurde aber schließlich 1996 nach 11 Jahren Haft entlassen. Sastre stand bei den letzten Wahlen auf den Listen der CUP.
Der Leiter der Liste der Formation, Carles Riera, argumentierte, dass Sastre
"auf unserer Liste als hervorragender Gewerkschaftsaktivist steht, weil er
die Pluralität der CUP widerspiegelt, in der Menschen und Gruppen von
Pazifisten strikter gandhianischer Tradition wie ich zusammen mit anderen
leben, die den bewaffneten Kampf der Völker gegen Autoritarismus und
Unterdrückung legitimieren".







